Folia archeologica 49-50.
Ádám Szabó: A pannóniai sphinx kultuszhoz
ZUR PANNONISCHKN SPHINX KUI.T 243 Gestaltung und Schreibweise auch auf das 3. Jh. eingeengt werden. 5 6 Obwohl der Isiskult in Savaria ab den 1. Jh. bezeugt ist, es wäre beruhigender, die zwei Altardedikationen zu der großen orientalischen Einsiedlerwelle vom Ende des 2. und Anfang des 3. Jahrhundertes zu binden. 5 7 Die sich an die Sonnengötter wendenden Dedikationen auf den Altären konnten die selbst verfaßten, persönlich veranlaßten, heimische Götter erzielenden religiösen Gefühle der auf Schauplatz des Kultes der ägyptischen Götter lebenden Gläubiger ausdrücken, die es versuchten, sich an die die Sonne - Sol immer mehr verehrende 5 8 religiöse Strömung der eigenen Zeit zu halten. Die Dedikation enthält das eindeutige Attribut der uninterpretierbaren Göttergestalten, vielleicht mit Rücksichtnahme auf den Regel der Verschwiegenheit des Namens der Götter. In diesem Zusammenhang kann die den Sphingen auf den Altären vorausgesetzt zugeschriebene Rolle als übertrieben erscheinen. Wie kann die Sphinx unter den hellenisiert - romanisierten ägyptischen Götter, neben der Reichskult von Sol Platz nehmen, und war sie wirklich so wichtig, wie es aufgrund dieser Annahme erschein t? In der 2. Hälfte des 4. Jh. setzten sich die Senatoren von Rom mit Bilder ägyptischer Götter dem Christentum entgegen, wie es András Alföldi bewiesen hat. Im Rahmen dieser Bewegung wurde eine Münzenreihe im Umlauf gebracht, auf dem Avers eine Zeit lang mit dem Bildnis des Herrschers. Später, als Folge christlichen und kaiserlichen Protestes, wurde das kaiserliche sacra imagines durch Bilder von Isis, Serapis und Sol - Serapis abgelöst. Auf dem Revers dieser Münzen wurden immer die wichtigeren, aufgenommenen ägyptischen Götter dargestellt. Die 11 Reverstypen sind wie folgt: Isis kommt auf sechs Reversseiten vor — dreimal zusammen mit Harpokrates, mit dem Hund — Sothis bzw. mit Anubis; Anubis wurde zweimal allein dargestellt, eimal zusammen mit Isis, auf einem Revers ist der liegende Nil, auf einem anderen Harpokrates, auf dem nächsten ist der Sphinx abgebildet, in ihrer gewöhlichen Erscheinung, dh. mit Flügeln, sieh bewegend. 5 9 Auf diesen während mehrerer Jahrzehnte ausgegebenen Münzenreihen, die auch mit dem kaiserlichem Neujahrgelöbnis in Zusammenhang standen, sehen wir die Sonne, dh. eine zusammengesetzte, nicht interpretierbare Sonnengottheit von ägyptischer Herkunft 1' 0, unter den Bildern der wichtigsten „römisch—ägyptischen" Göttergestalten. Diese Angaben bringen uns vielleicht, hinsichtlich der Veranlassung und des Zweckes, zur Deutung der einmaligen Sphinc[ibus], Sp(h)incibus Augg(ustis) und Sphinx[(ibus)] Dedikationen von Aquincum und Savaria näher. Mit diesem Vortrag hatten wir nicht vor, das allerletzte Wort auszusprechen, wir wollten nur die von der Sphinx von Potaissa gebotenen Möglichkeiten in die Deutung der Sphinx - Altäre aus Savaria und Aquincum einbeziehen. Ubersetzung: Mónika Merczi 5 6 Siehe V. Wessetzky 1961, 36. 5 7 Zur Erscheinung siehe zB. J. Fitz 1972; ferner A. Mócsy 1959, und I„ Barkóczi 1964, 257—356, ferner V. Wessetzky 1961, 36. 5 8 Siehe G. H. Halsberghe 1972. 5 9 Alföldi A. 1937, 13-Ì9, XIII t. Reihe: 35-41 ausgenommen der ersten zwei Münzentypen. Auf dem Avers der Münzen, auf deren Revers die Sphinx abgebildet ist, ist eine Gestalt mit Strahlenkranz, Sol-Serapis zu sehen. 6 0 Siehe noch H. Demisch 1977, 230-231.