Folia archeologica 49-50.

Ádám Szabó: A pannóniai sphinx kultuszhoz

240 ADÁM SZABÓ werden, daß sie von den als Sphingen der antiken Welt bezeichneten fantastischen Wesen nur in Ägypten und von hier stammend eine solche Position einnahmen, was es auch noch in der römischen Zeit ermöglichte, dem von ihr symbolisierten göttlichen Kraft 3 4 Altäre widmen zu können. II. In der Kunstsammlung des Grafen József Kemény befand sich Anfang des vorigen Jahrhunderts eine kleine bronzene Sphinxstatue, 3 5 (Abb. 2) aus derer Postament ein Eisendorn herausstand, womit er auf ein Stabende befestigt werden konnte. 3 6 Auf 3 Seiten des Postaments durchlief eine aus 19 Buchstaben bestehende Inschrift. Der in Torda (Turda, Rumänien), dh. aus dem römischen Potaissa vorgekommene Gegenstand wurde zuerst 1847 veröffentlicht. 3 7 Während der Wirrungen der Revolution und des Freiheitskrieges von 1848-1849 verschwand die Sphinx von Potaissa. Da es 1847 von mehreren abgeschrieben, gezeichnet und untersucht wurde, kann die Echtheit des Vorbildes des gut gelungenen Stiches wahrscheinlich nicht bezweifelt werden. Mehrere haben es versucht, die Inschrift zu enträtseln, was überzeugend fast in unseren Tagen Nicolae Vlassa gelungen ist. 3 8 Was die Fundstelle der beschrifteten Statue betrifft, muß bemerkt werden, daß ein die Isiskult dienendes collegium 3 9 in der Provinz Dazien nur aus Potaissa bekannt ist. Neben anderen Gläubigern ist ein den Titel "pater" tragender Oberpriester -C. Iulius Martialis und ein den Titel eines Quaestors tragender Beamter-L. Livius Victorinus bekannt. 4 0 Die Existenz des collegium Isidis, die Person eines Oberpriesters bzw. eines Beamten und weitere Angaben weisen in Potaissa auf die Existenz eines Isisheiligtums hin, welche in Dazien eines der bedeutendsten, ägyptische Götter verehrende Gemeinschaften involvierende Religionszentren war. 4 1 Lajos Balla hat schon darauf hingewiesen, daß die Sphinx in einigen Isisheiligtümer vorkommen kann, 4 2 so hatte auch die Sphinx von Potaissa ihre natürliche Umgebung, wo sie sinn- und zweckgemäß benutzt werden konnte, 4 3 den Altären von Savaria ähnlich, die sozusagen in ihrer natürlichen Umgebung aufgestellt waren. 4 4 Auf die Inschrift zurückkehrend, steht der Text nach der Meinung ihres Lösers mit Spiegelschrift auf dem Postament, was darauf zurückzuführen ist, daß die Inschrift in der Gußform positiv stand. 4 5 Diese Technik des Gußes erklärt die 3 4 J. Ilberg 1909-1915, 1303-1304. 3 5 N. Vlassa 1980, 133-153 — mit der früheren vollständigen Forschungsgeschichte lind Literatur. Nach N. Vlassa 1980, 152 und M. Bärbulescu 1994, 165-166 es kann auch angenommen werden, daß die orientalischen Einsiedler die Statue direkt aus Ägypten mitgebracht hatten. 3 6 Eine ähnliche Funktion konnte auch die kleine Isisstatue aus Pollentia haben, siehe bei A. Garria y Bellido 1967, 118. 3 7 Die detaillierte Forschungsgeschichte siehe bei N. Vlassa 1980, 133-136. 3 S N. Vlassa 1980, 137-142. 3 9 CIL, III, 882 - Isidi Myrioni/mae C. lui. Mar/tialis pater et / L. Livius Victori/nus quaestor / collegio Isidis / d. d. 4 0 CIL, III, 881 - Isidi / et Serapi / C. Iul. Ant/igonus 7/ leg. V. M. [C] / et Fl. Apol/linaria / eius v. I. s. 4 1 Bronzestatuen von Harpocrates, Amnion, Anubis, Serapis, Apisrelief, Medaillon von Sol-Serapis, siehe M. Bärbulescu 1994, 164-166; M. Malaise 1984, 1677-1680. « L. Balla 1971b, 42. 4 3 M. Bärbulescu 1994, 164-166; M. Bärbulescu 1984, 30-31, 113, 136; AI. Popa 1983, 72-75; M. Malaise 1984, 1677-1680. 4 4 Siehe L. Balla 1974, 1-12; L. Balla 1971a, b; V. Wessetzky 1959; Tóth I. 1998; Szentléleky T. 1960; I. Tóth 1977, 131-148; Tóth I. 1996, 1-17; Tóth I., (1996-1997) 1998, 329-352, Zs. Mráv 2000. etc. - die hier aufgezählten Studien enthalten die frühere vollständige Literatur. Die umfassende Zusammen­fassung des Kultes der ägyptischen Götter in Pannonién siehe bei V. Wessetzky 1961. 4 5 N. Vlassa 1980, 137.

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