Folia archeologica 49-50.

Ádám Szabó: A pannóniai sphinx kultuszhoz

ZUR PANNONISCHKN SPHINX KUI.T 237 exemplar aus Aquincum 1 0, wie ist die selbst wie die savarischen Altäre. Die Sphinxaltäre von Savaria gehören nach Vilmos Wessetzky zu den Denkmälern der sich an ägyptische Götter bindenden oberpannonischen Religiosität 1 1. Anderen Auffassungen nach bilden sphinces Gestalten einer solchen eigenartigen Götter­welt, die man mit den Zügen der interpretatio romana von Tacitus nicht umschrei­ben kann 1 2. Diese Feststellung ist vollkommen annehmbar, aber es muß ergänzt werden. Einerseits war eine ähnliche und heute mit diesem Namen bezeichnetes Wesen in Italien längst bekannt, andererseits ist es so eigenartig, daß diese Erscheinung mit nichts Anderem ersetzt werden kann, so ist die Deutung ihrer eventuellen aus anderen Gebieten kommenden Aspekten auf römische Art 13 wirklich unmöglich. Die Meinungen sind insofern einig, daß es sich im Grunde genommen um apotropaische Gottheiten handelt. 1 4 Was die Vorgeschichte des Themas betrifft, war die Sphinx unter den Völkern des östlichen des Mediterraneums eine gewöhnliche, sozusagen eine berühmte Erscheinung. Anhand der drei pannonischen Inschriften und dieser Vorlesung kann ich es nicht unternehmen, ihren kulturhistorischen und religionsgeschicht­lichen Hintergrund ausfüllt lieh darzulegen 1 5. Am frühesten treffen wir die Sphinx in Ägypten, wo sie zugleich Hüter und Verkörperung des Herrschers war."' Wir sehen sie in den minoischen und mykenischen Kulturen wieder, genauso in Vorderasien, Syrien, Phönizien, wir erblicken sie in Griechenland, in Italien und letztlich in den n. Chr. eroberten römischen Provinzen, dassheist die Gestalt des Unwesens kann in den historischen Zeiten bis zur endgültigen Verbreitung des Christentums gefolgt werden. 1 7 In welcher Form treffen wir die Sphinx? Ihre Gestalt erschien auf eine Unzahl von klein- und großplastischen Denkmälern, auf gemalten Darstellungen, Gebrauchsgegenständen, aber sie ist einfach auch als Zierelement, auf Grabaltären, Sarkophagen einsam oder in Paaren dargestellt, zu sehen. 1 8 Anfang der Kaiserzeit trat sie nach Suetonius auf dem Siegel von Augustus auf, 1 9 zur Zeit Hadrians schmückte ihre vierkörperige Gestalt den Revers der Münzen. 2 0 Wie sah sie aus? Nach mehreren Beschreibungen und Abbildungen war ihre Gestalt ziemlich veränderlich, was es uns erschwert, ihre allgemeine Funktion zu bestimmen. Sie wurde hautsächlich mit Flügeln dargestellt, aber sie kommt ohne diese auch vor. Ihre einfachere Erscheinungsform ist ein Weibchen mit menschlichem Gesicht und Löwenleib, so ist sie aus Ägypten bekannt, wo diese flügellose Gestalt am frühesten auftauchte. Komplizierter ist die Erscheinung jener Sphinx, die mit Gesicht und Arm eines jungen Mädchens, mit Löwenfingern, menschlicher Rede, Hundekörper, Drachenschwanz, Vogelflügeln dargestellt ist, 1 0 CIL, III, 6460. 1 1 V. Wessetzky 1959, 271 und V. Wessetzky 1961, 36. 1 2 Tóth I. 1998, 13. 1 3 Zur Interpretation der ägyptischen Göttergestalten siehe noch L. Vidman 1970, 106-124; M. Malaise 1984, 1624. 1 4 L. Kalla 1971b, 42; V. Wessetzky 1959, 271; siehe noch M. Renard 1968, 273-305; Allgemeinlich siehe H. Demisch 1977 - mit weitere Literatur; A. Dessene 1957 - mit weitere Literatur. ' 5 H. Demisch 1977. 1 6 J. Ilberg 1909-1915, 1301-1302; Allgemeiner Durchblick der Frage mit zahlreichen Illustrationen von Ägypten bis Rom, ferner I. Krauskopf 1994, VI/2, 1-15, das dazugehörende reiche Bildmaterial siehe auch hier: VII/2, 6-15; witerhin A. Dessene 1957; H. Demisch 1977. 1 7 Hauptsächlich die klassische Zeit ergreifend siehe Herbig 1929, 1703-1749 und Ilberg 1909-1915; siehe noch G. NicoU 1908, 1431-1439; siehe noch II. Demisch 1977, 101 und A. Dessene 1957. 1 8 J. Ilberg 1909-1915; I. Krauskopf 1994, 6-15; H. Demisch 1977, 106. 1 9 Suetonius, Augustus 50. - die Sphinx kommt auf dem Stein seines Siegelringes eindeutig als Herrschersymbol vor. 2 0 H. Demisch' 1977, Abb. 81; R. Noll 1955, 72-73, Abb. 43.

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