Folia archeologica 49-50.

Zsolt Mráv: Egy litterae aureae felirat Intercisából

EINE LITTERAE AUREAE-INSCHRIF T 213 [proconsuli invidi]s(simo) ino[centissimoq(ue) Aug(usto) coh(ors) // Raet(orum] / [Ant(oniniana) c(ivium) R(omanomm) devota maiestati eius (?)]. (Abb. 5) 3. Traismauer (Augustiana, Noricum) Fragment vom linken Rand einer Tafel (H: 95,5 cm, 1): 15,5 cm). In das von einem Leistenrahmen begrenzte Inschriftfeld waren Dübellöcher viereckiger Form gebohrt, in denen man Bleireste von der die Buchstaben haltenden Dübelung fand. Die vierte Zeile der fünfzeiligen, symmetrisch angeordneten Inschrift befand sich gewiss in der Mitte. Die Inschrift dürfte ursprünglich über der porta principalis dextra der Auxiliarkastell Augustiana eingemauert gewesen sein, denn bei diesem Tor kam das Fragment zum Vorschein." Nach E. Weber liest sich die Inschrift: IMP. [-] / MAX[-] / MAXI]-] / [-] / AIA. 1 A[-] 1 5. Prof. Dr. Géza Alföldy hat sie ergänzt und zeichnerisch rekonstruiert: Imperatori ) [Caes(ari) M(arco) Aurelf io ) Antonino p(io) [(elici) Aug(usto) Partitico] / maxfimo Brittanico maximo Germanico] / maxi[mo pontefici ) max(imo) trib(unicia) pot(estate) XVI imperatori ) III co(n)s(uli ) IIII] / [p(atri) p(atriae) proco(n)s(uli)] / ala 1 A]ug(usta) Thracum —]. (Die ergänzte Länge: 400 cm) (Abb. 6) In den Kastellen von Kapersburg,"' Feldberg 1 7 und Zugmentel 1 8 wurden Bruchstücke von Inschriften tragenden Steintafeln gefunden, deren Text nicht rekonstruierbar ist, und aus mehreren Festungen (Gross-Krotzenburg, Stockstadt, Mainhardt, Aalen, Steinkirchen, Fining, Kösching, Pfünz, Weissenburg, Gnotzheim, Oberhochstadt, Pförring, Rainau-Buch, Böbingen a. d. Rems, Stuttgart-Bad Cannstatt, Faimingen 1 9) sind nur Fragmente von vergoldeten Bronze- oder Kupferbuchstaben bekannt, wobei die genannten, zusammen mit Inschriften tragenden Tafeln zum Vorschein gelangten oder auf Grund dieser vermuteten Lettern eine ähnliche Größe bzw. Form haben, und auch die Technik ihrer Herstellung bzw. Befestigung ist identisch. Daher nimmt man zurecht an, dass die dazugehörigen Inschriften gleichaltrig und mit ähnlichem Text wie die Caracalla gewidmeten Ehreninschriften 2 0 versehen gewesen sein müssen. Das bekräftigen auch die zwölf aus 1 mm dickem Blech ausgeschnittenen, vergoldeten Bronzebuchstaben, die man im Schirenhofer Kateíl in der Nähe der porla principalis dextra fand.­1 Darunter waren die 9 cm hohen Buchstaben A, N, T, O, I und S ursprünglich in einer Reihe platziert und gehörten höchstwahrscheinlich zu dem Wort [—] ANTO[N]l[NO? —]•" Vergoldete Bronzelettern kamen auch im 1 4 Ubi 1974, 112-114; Ubi 1975, 17-18. 1 5 Hainzmann, ! LLP RON 897 (Lesung nach F.. Weber); Alföldy 1997, 34-35, Anni. 439. 1 6 CIL XIII 7443. 1 7 CIL XIII 7494c! . i» CIL XIII 11972; ORI, B Nr. 8, S. 108, Nr. 4.Jarobi 1910, 36-37 hält die Inschrift für eine Caracalla gewidmete Ehreninschrift ("Ehreninschrift auf Caracalla, vermutlich an einem Tore des Kastells angebracht."). Der erhalten gebliebene Inschrifttext: lmlp{eratori ) Caes(ari —] / VA[—] / V[—] / [—], Buchstabenhöhe: 9,5 cm. 1 9 S. zusammenfassend und mit der einschlägigen Literatur: Schönberger 1985, 412—413, Anni,. 439; M. Klein, Das römische Limeskastell Schirenhof-Schwäbisch Gmünd (unpublizierte Dissertation, Freiburg 1986). Aus Britannien wurden jüngst vergoldete Bronze- und Kupferlettern publiziert. Bei einem Teil davon handelt es sich um Votivbuc hstaben, die im Gebiet von Tempeln zutage kamen. Im Falle des anderen Teils könnte möglicherweise ein Zusammenhang mit dem Aufenthalt des Septimius Severus und seiner Familie in Britannien bestehen: Tomlin-Hassal 2000, 397-389. Ich danke G. Wesch-Klein dafür, dass sie mich auf die britannischen Funde aufmerksam gemacht hat. 2 0 Radnóti 1972, ,53; Schönberger 1985, 412-413; Alföldy 1997, 34-35, Anm. 78. 2 1 CIL XIII 13543, 14370; Filtzinger 1975, 41, Nr. 5. 1; Filtzinger 1983, 111, Nr. 5. 2 2 M. Klein, Das römische Limeskastell Schirenhof-Schwäbisch Gmünd (unpublizierte Dissertation, Freiburg 1986), 940-941, 960-961. Auch auf diesem Wege möchte ich Gabrielle Wesch-Klein und M. Klein für ihre freundliche Hilfe danken. s

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