Folia archeologica 49-50.
Melinda Torbágyi: Két kelta éremkincslelet a Magyar Nemzeti Múzeumból (Velem-Szentvid és Ostffyasszonyfa)
154 MELINDA TORBÁC.YI den späteren Addenda zu seinem Werk brachte er eine grundlegende chronologische Abfolge cler einzelnen Typenreihen, basierend auf Stempelkoppelungen und den sich daraus entwickelnden Reihen. 2 4 In diesen Werken waren noch Göhls Prägereihen in der Hinsicht der absoluten Ghronologie unsicher und etwas vorsichtig, aber sie bekommen im Vergleich mit den Hexadrachmenprägungen der Grossboier eine viel mehr bestimmte zeitliche Zuweisung. 2 5 In diesem von ihm rekonstruierten Prägeablauf der grossboischen und norischen Münzen versuchte er auch die mit ihnen in Verbindung stehenden Transdanubischen Münztypen, so den Velemer, einzusetzen. Die näheste typologische Parallele der Velemer Münzen hinsichtlich der Rückseite wird von der in Kugelreiter-Gruppe gehörenden westnorischen Münzen mit COPO Legend geboten. Göbl setzte diese Münzen auf das Ende der 5. Stufe des von ihm aufgestellten chronologischen Systems und seiner Meinung nach war die Reiter auf der Rückseite von Velemer stark beeinflusst. 2 6 Der Velemer war also durchaus früher verfertigt worden. Für die relativchronologische Abstimmung sind die gegenseitigen Überprägungen sehr wichtig Es wurden einige norische Typen auf Velemer überprägt: Kugelreiter C2 2 7, Frontalgesicht 2 8, Brezelohr/b 2 9, SC23 3 0, bzw. Velemer wurde auf den osmotischen Gjurgjevac 3 1-, SC15—16 3 2-, Frontalgesicht3 3 und Verschwommener3 4 Typen überprägt. Göbl setzte den Kugelreiter C2 und den Anfang des Gjurgjevac-Typs in die 4. Stufe der norischen Münzprägung. Bei Gjurgjevac ist es eine lange Laufzeit auf Grund der mehr als 30 verschiedenen Vs.- und Rs.-Stempel anzunehmen. Die Typen von SC 15-16 werden auch in die 4. Stufe gesetzt. In der 5. Stufe sind der Anfang des Frontalgesichts und der erst kurze Zeit geprägte und nur in wenigen Exemplaren bekannte SC23-Typ, sowie der Verschwommener-Typ untergebracht. Der Brezelohr/b gehört aber zu einer wohl späteren Stufe, zu 8. 3 5 Nach den erwähnten Verbindungen lauften die Velemer Münzen parallel mit den Norikerhorizonten in 4 und 5. Stufen. Göbl versuchte auch eine absolute Chronologie aufzustellen, deren Ausgangspunkt die grossboische Hexadrachmenprägung bietet, mit der die jüngere Phase der westnorischen Münzprägung in engem Zusammenhang ist. Es handelt sich vor allem um die Münzen mit Legenden Adnamati, Atta, Nemet, die zusammen mit boischen Hexadrachmnen in Schatzfunden vorkamen, weiterhin befinden sich einige Einzelstücke im Oppidum von Bratislava. 3 6 Göbl vermutete, dass sich ein Boier oder auch für ßoier arbeitender Graveur 2 4 Göbl 1989., Göbl, II. Münzprägung und Geldverkehr der Kellen in Österreich. Wien, 1992. 2 5 Göbl 1994. 2, 5 TKN 83, 88. 2 7 TKN 118. Nr. 8-9. 2» TKN 131.Nr.6 und Nr. 9-10. 2 9 TKN 133. Nr. 12. 31 1 TKN 138. Nr. 2. 3 1 Burb 23. erwähnte, dass der Velemer Typ auf Gjurgjevac geprägt wurde, und dann wurde es auch von Kerényi 4. übernommen. Göbl nach ist es ein Irrtum, in dem Falle der fraglichen Stücke des Fundes von Güttenbach gehören die Unterprägen zum Typ von SC 15-16. (TKN 33) Es ist bei zwei Exemplaren (Barb Taf. III. 28-29.) - bei denen es aufgrund der Photographien kontroliért werden kann - sicher. Bei den anderen Exemplaren nehme ich vorläufig an, dass sie auf Gjurgjevac geprägt wurden. 3 2 Barb Taf. III. 28-29. 3 3 GohlÖ. Átvert barbár pénzek. NK 11. 1912. 44-48. 3 4 UNM 14.1900.3. Siehe den obenen Katalog Nr.5. 3 5 Göbl 1994. siehe Gesamtsynchron-Tafel 3 6 Luschin von Ebengreuth, A. Keltenmünzen von der Gerlitzenalpe und aus Moggio. Jahrbuch der K. K. Zentral-Kommission für Kunst- und Historische Denkmale Bd. 2/1. 1904. 74—102., Kolnihova 1996.