Folia archeologica 47.

Endre Tóth: Pogány vagy keresztény?

126 ENDRE TÓTH batten um den Victoria-Altar unter den Kaiserinsignien. 4 2 Auf dem Sockelrelief der Arcadiussäule in Konstantinopel halten die Engel nicht nur das Christusmono­gramm im Kranz, sondern auf der anderen Seite des Sockels auch ein Kreuz im Kranz 4 3 (Anfang 5. Jh.). Zur Herrschaftszeit von Theodosius II. (408-450, der Kaiser ließ auf Golgotha ein mit Edelsteinen verziertes Kreuz errichten) 4 4 erscheint es von einem Kranz umgeben auf Münzreversen 4 5 von Galla Placidia, 4 6 Eudoxia, Pulcheria und Valentinianus III. Auf Gegenständen kunstgewerblichen Charakters und Kleingegenständen taucht das Kreuz ebenfalls im 5. Jahrhundert als Symbol auf. Auf den Kästchen­beschlägen des 4. Jahrhunderts war noch kein Kreuz dargestellt. Auf dem silber­nen Reliquiar von Jabalkovo folgt man bei den antithetischen Brustbildern von Konstantin und Helena noch der Struktur der früheren Sarkophagdarstellungen. 47 Auf der verwandten Silberbüchse von Adana-Cirga erscheint für sich allein nur das Christusmonogramm, doch wurde das Kreuz nicht nur zwischen beiden Brustbil­dern, sondern auch über dem Kopf des Lammes und über den Händen in Orantenstellung der Heiligen Thekla und Konon dargestellt. Der Kästchenbeschlag ist auf den Anfang des 5. Jahrhunderts datierbar, 4 8 ebenso wie das Kreuz zwischen Vögeln und Lämmern auf der Kästchen von Pola-Samagher (Venedig, Museo Archeologico) 4 9 oder auf dem Hochzeitsring 3 0 im British Museum, über den Köp­fen des Ehepaars. Vielsagend sind die auf den Zwiebelkopffibeln in gut festzustellender Chro­nologie einander abwechselnden Christusmonogramm-Staurogramm und Kreuz. Während auf den Zwiebelkopffibeln aus Blech die Verzierungen bei den Typen B4-B5 5 1 fallweise das Christusmonogramm 3 2 und das Staurogramm 5 3 sind (letztes Drittel 4. Jh., Anfang 5. JJi.), erscheint auf^den Nadelhaltern der Gruppen B7 (Typ mit durchbrochener Verzierung) das lateinische Kreuz mit langem Stamm seit dem 2. Drittel des 5. Jahrhunderts (Rom-Palatinus 5 4 , Apahida 5 5 , Reggio Emi­lia 5 6). Die Kreuzfibel letzteren Typs ist gut sichtbar auf dem zwischen 526 und 530 entstandenen Mosaik des hl. Theodorus in der Kirche der Heiligen Cosmas und Damianus in Rom dargestellt. 3 7 In der Mitte des 5. Jahrhunderts aber erscheint das Kreuz - vielleicht gerade auf Einfluß der vorigen - auch auf den Nadelhaltern des lokalen Fibeltyps. 5 8 4 2 Alföldi, M. R„ 1961, 19.-; Dinkier 1964, 74. 4 3 Liebieghaus-Katalog Abb. 91-93. 4 4 Klauser, Th., RAC V 504. 4 5 MIR 50, R 203; MIR 49, R 239; RIC 2030 4 6 Alföldi, M. R., 1978. 185. RIC... 4 7 Buschhausen 1971 В 3, 181. Die Argumente gegen eine frühe Datierung (Buschhausen, H. ­Lenzen, H., Ein konstantinisches Silberreliquiar aus Jabalkovo in Bulgarien, JOBG 14, 1965, 157— 206) und die Datierung ins 5. Jh. s.: Dinkier-von Schubert, E„ JbAChr 20, 1977, 219. 4 8 Grabar, A., Lin reliquiare provenant d'Isaurie, CahArch 13,1962, 49-59; Buschhausen 1971, В 4, p. 190. 4 9 Buschhausen В 10. Buddensieg, Т., CahArch 10, 1959, 157-200. 5 0 Dalton, О. M., Catalogue of the Finger Ring, Early Christan Byzantine, Teutonic, Mediaeval and later, London 1912, 21, Nr. 127, Liebieghaus-Katalog 630, Nr. 257. 5 1 Tóth 1994, 145, 165. 5 2 Tóth 1994, 141: von den Fundorten Neviodunum, Tihany, Ténes, Bonn, Ságvár. 5 3 Burger A., The late Roman Cemetery at Ságvár, Grab 42, XCI/2. 5 4 Schrauben-Katalog p. 81, Kat. В 3. 5 5 Schrauben-Katalog p. 102, Kat. В 9. 5 6 Schrauben-Katalog p. 116, Kat. В 8. 5 7 Schrauben-Katalog 103. 5 8 Auf einer Fibel mit untergeschlagenem Fuß, Fundort: Gradesnica, Bez. Vraca, Sofia, Nationales Archäologisches Museum, Nr. 3258, Ovcarov, D. - Vaklinova, M., Rannovizantijski pametnici ot Bulgaria IV-VII vek (Frühbyzantinische Denkmäler in Bulgarien aus dem 4.-7. Jh.), Sofia 1978, Abb. 99.

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