Folia archeologica 47.

Endre Tóth: Pogány vagy keresztény?

124 ENDRE TÓTH 6. ábra Az emonai tükör Abb. 6 Der Spiegel von Emona mit gleichlangen dickeren Balken. Der Spiegel stammt mit Gewißheit aus einem Sarmatengrab. 2 8 Auf der Rückseite einer Gruppe von pannonischen Spiegeln der späten Kai­serzeit befinden sich beim Guß gefertigte erhabene Fußkreuze. Die Rückseite der Spiegel aus Intercisa ziert eip (erhabenes oder eingetieftes) Fußkreuz zwischen kon­zentrischen Kreisen ähnlich dem aus Emona und dem anderen Exemplar aus Intercisa. 2 9 Aus dem Exemplar aus Emona, den beiden aus Intercisa und dem vom sarmatischen Fundort muß man schlußfolgern, daß es sich um einen in Pannonién nicht seltenen, vermutlich im Gebiet der mittleren Donau im 4. Jahrhundert ge­fertigten Spiegeltyp handelt, dessen Rückseite Kreuze verzieren. Die Durchmesser der Spiegelfragmente von Bille - puszta und Intercisa sind gleich, das intakte Exemplar von Intercisa ist etwas größer, und das von Emona hat den größten Durchmesser. Die beiden Spiegel aus Intercisa ziert ein ebensolches Fußkreuz wie den aus Emona. Form und Herstellungstechnik des Spiegels von Bille - puszta sind anders: Es hat den Anschein, als habe man nach dem Guß in das noch nicht erhärtete Metall die kreuzförmigen Zeichen hineingedrückt. Die Rück­seite der übrigen Stücke der Gruppe zieren auch konzentrische Kreise, das Kreuz ist erhaben, also war das Muster negativ. Vermutlich ahmt der Spiegel von Bille puszta die pannonischen Spiegel nach; er mochte vielleicht ein lokales, sarmatisches Erzeugnis sein. War mit der Verzierung dieser Spiegel ein christliches Symbol beabsichtigt? Um dies feststellen zu können, muß kurz die Chronologie des Kreuzes als christli­ches Symbol zusammengefaßt werden. Das lateinische und später das griechische Kreuz - oben oft noch immer mit dem Christusmonogramm - erscheint in der Mitte des 4. Jahrhunderts auf Passions-Sarkophagen 3 1 als Siegessymbol (das Kreuz 2 8 Bei Mende, Komitat Pest. Inv.-Nr.: 71.1878. Geschenk von Kálmán Erdy; kam aus einer am Seeufer gegrabenen Tongrube zum Vorschein, zusammen mit menschlichen Knochen und Pastaperlen. Der Fundort fehlt im Korpus von Mihály Párducz. 2 9 UNM Inv.-Nr. 40. 1903. 9. Das Stück ist verloren, aber seine Zeichnung unter den Zetteln des Paulovics-Nachlasses erhalten, in der Datensammlung des UNM. 3 0 Zu den frühesten Kreuzdarstellungen, mit weiterer Literatur: Dinkier, E., - Dinkier, v. E., Schu­bert, Kreuz. Lexikon II. Rom-Freiburg II, 574,­3 1 Hinsichtlich des Erscheinens berücksichtigte ich die Szenen, später aber nur die selbständigen Kreuzdarstellungen. Zusammenfassend über die Frage s.: Dinkier 1964, R. Alföldi 1961, Dinkier 1962, Dinkier 1967.

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