Folia archeologica 47.

Péter Gróf - Dániel Gróh: Késő római őrtorony és szoborlelet Visegrád-Lepencén

112 PÉTER GRÓF - DÁNIEL GRÓH die fehlenden Stücke der Tafel und zwei weitere Statuenköpfe zum Vorschein kamen. 1 3 Alle drei aus weißem Kalkstein verfertigten Köpfe sind mangelhaft, und da der Halsteil abgebrochen ist, könnte man es schwer bestimmen, ob sie selbständige Porträts waren oder zu Vollfiguren gehörten. Das wichtigste Werk ist der Kopf einer stattlichen Dame (H: 25 cm). In beiden Ohren der Statue ist je ein Ohrring mit doppeltem Kugelanhänger zu sehen, an beiden Seiten sind die auf die Schläfen gekämmten Haarlocken ein wenig von dem Rest der Frisur abgesondert, der durch ein regelmäßig geknüpftes Haarnetz zusammengehalten wird. Die Nase ist beschädigt, die Bearbeitung der Pupillen verleiht einen starren, durchdringenden Blick. Die Steinoberfläche ist an den meisten Stellen fein, glattgeschliffen. Dagegen sind auf dem Bildnis die Spuren einer Bearbeitung zu entdecken, die vom originalen Werk abweichen. Starke Meißelspuren zeigen daraufhin, daß die Oberlippe entfernt werden sollte, die ein wenig breite Nase verdünnt und die Mundlinie verstärkt, damit die Gesichtszüge härter erscheinen. Bei den Ohren, am Scheitel und um das Kinn können wir geglättete Mörtelschichten beobachten. Es ist anzunehmen, daß die Statue so eingemauert wurde, dass die Ohrringe bedeckt waren. Diese späteren Eingriffe geben dem Gesicht einen männlichen, militärischen Charakter! 1 4 (Statue 1, Abb. 5/a) Das aus einem weicheren Steinmaterial gemeißelte Bildnis, einen jüngeren Mann darstellend, hat krause Haare, eine hohe, offene Stirn und gut modellierte Ohren, eine weitere Charakteristik kann man es nennen, daß die Oberfläche des ganzen Werkes abgewetzt ist. (H: 23 cm) (Statue 2, Abb. 5/b) Mehr Probleme wirft das dritte Bildnis auf. Dies ist die Darstellung einer Person von unbestimmtem Geschlecht, wahrscheinlich eines Kindes, das an der rechten Schulter ein Kleiderschmuck hat, auf dessen linker Schulter aber die Hand einer daneben stehenden Figur ruht; es ist wahrscheinlich ein Fragment eines Halbreliefs, von einem Grabmal abgetrennt (H: 23). (Statue 3, Abb. 5/c). Die ganz sichtbaren Meißelspuren auf beiden Seiten des Statuenkörpers weisen daraufhin, dass der Zweck dieses Eingriffs sein durfte, von dem ursprünglichen Grabmal die Figur des Kindes abzutrennen. Die Mörtelspuren, die auf die Einmauerung weisen, fanden wir auch auf den beiden letzteren Statuenköpfen. Durch die nachträgliche Bearbeitung und Einmauerung durften die drei Statuenköpfe dazu geeignet gemacht werden, die auf der Inschrift der Tafel vorkommenden drei Herrscher aarzustellen. Im 200 cm breiten Eingang des Wachtturmes ist ein, aus zwei Teilen bestehender, 34 cm breiter Schwellenstein erhalten geblieben, dessen sorgfältige Grundierung 60 cm tief is. Hinter der aus der Außenplatte vorspringenden Rippe können wir aie Achse der Tür einfassende Büchsen und vermutlich die Öffungen sehen, in welche die den Schultz der Tür verstärkende Holzstangen eingingen. Auf der inneren Platte sind die gewölbten Nutzspuren der Tür(e) gut auszunehmen. Die Verlegung der Büchse weist auf eine Verengung der Tür hin, nach diesem Maß richtet sich auch der Mörtelbogen auf der inneren Steinplatte (Abb. 6-7.) Die Einengung diente nicht zur Befestigung, wir nehmen es an, daß 371 n.Chr. die Anbringung einer Bautafel und der drei Herrscherbildnisse wichtig war. Der Grund dieser Hast mußte ein wichtiges Ereignis gewesen sein, man hatte wahrscheinlich eine Person hohen Ranges, vermutlich einen Kaiser erwartet, obwohl dazu die historischen Quellen keine Daten geben. 1 3 Gróh - Gróf 1966, 21-24. 1 4 Während der Verfassung des Beitrages wurde es eindeutig klar, dass der 1905 auf dem Szemlőhegy zutage gekommene weibliche Statuentorso (Kuzsinszky 1906, 53, 67) und der als valentinianisch umgeformte Kopf zusammen gehören.

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