Folia archeologica 43.

Viola T. Dobosi - István Vörös: A Kiskevély barlang revíziója

62 TIBOR KOVACS den Frühphase der Otomani-Kultur erzeugt worden sind, deren Nachahmung wir im bronzenen Knauf eines als ältestes Stück anzusehenden ungarischen Voll­griffschwertes zu entdecken vermuten (Abb. 3:2). 2 9 Auch die aus dieser Gegend be­kannten, südosteuropäischen Typ zeigenden Dolche mit Mittelgrat in Betracht ge­zogen, 3 0 sind wir der Meinung, daß die Invention der Schwerter von Apa-Hajdúsám­sontyp in dem einem ägäischen Einfluß ausgesetzten Karpatenbecken in irgendeiner Werkstatt Siebenbürgens oder der Oberen Theißgegend entstanden ist, wo auch die Erzeugungstechnologie der mitteleuropäischen Vollgriffdolche nicht unbekannt ge­wesen sein dürfte. 3 1 Auf Grund seiner Charakteristika betreffs der Form und Verzierung gehört das Schwert von Hajdúsámson und Apa 1 zu den älteren Exemplaren. 3 2 Die im Hortfund von Téglás vorhandene Axt von B-Typ scheint hingegen zu beweisen, daß die Schwerter mit vier Nieten die jüngeren sind. 3 3 Auf eine solche Tendenz der Kon­struktionsform weist auch noch, daß die in den Koszider-Hortfunden zum Vor­schein gekommenen Exemplare bzw. die sog. Schwerter von Au-Typ gleichfalls mit vier Nieten versehen worden sind. 3 4 Es stehen uns noch sehr wenige Funde zur Ver­fügung, um feststellen zu könne, ob dieser Prozeß sich auch im Falle der mit organi­schem Griff versehenen Dolche durchsetzt. 3 5 (Es trifft zwar zu, daß es von technolo­gischem Gesichtspunkt aus nicht unbedingt begründet ist, auf eine Gleichzeitigkeit der Konstruktionsänderung zu schließen.) Es scheint aber als sicher zu sein, daß zur Blütezeit der Koszider-Metallkunst in unserem Gebiete kaum oder nur selten mit fünf Nieten versehene Dolche erzeugt worden sind. 3 6 Der Motivschatz der Metallkunst Siebenbürgens und der Oberen Theißgegend enthält viele, lange Zeit hindurch beliebte Musterelemente. Von diesen waren einige während der ganzen Zeitperiode der Metallkunst von Hajdúsámson-Apa und Koszi­2 9 Fundorte: Streda nad Bodrogom (Bodrogszerdahely), Sälacea (Szalacs), Pocsaj-Kopaszdomb, Magyar­ország, Köröstarcsa. 3 0 Kovács 1973; Hansel 1977, 88; Hansel 1982, 8-10; Bouzek 1985, 39; Bader 1990, 184-185. 3 1 Ausführlicher s. Kovács 1992. 3 2 Bei diesen ist - zumindest theoretisch — das ungarische Exemplar von unbekanntem Fundort vermutlich älter. 3 3 Máthé 1970; Kemenczei 1991, 9. 3 4 Mozsolics 1967, 51-54; Kemenczei 1991,11-13. 3 5 Kemenczei 1988, 10-14. 3 6 Von dem mit fünf Nieten versehenen Dolchen sind die volgenden die jüngsten: KELEBIA (Mozsolics 1967,142-143, Taf. 4:1-2), BARCA (Bárca-Vladár 1974, 38-40, Taf. 4:92), MAGYARORSZÁG (Ke­menczei 1988, 12-14, Taf. 3:29). Uns interessiert, ob die Klinge von all diesen blattförmig ist, oder mit anderem Ausdruck: ein S-Profil zeigt. Auf Grund ihrer Verzierung - eventuell auch ihrer Form - schlie­ßen sich diesen die zwei mangelhaften Exemplare aus Sarkad (Kemenczei 1988, 13-14, Taf. 3:28) und aus Veliki Gaj (Nagygáj - Mozsolics 1967, Taf. 3:4) an. Einen hierher zählbaren, unverzierten Dolch teilte un­längst Kemenczei (1988,12, Taf. 2:19) aus CSANYTELEK (an der Theiß - Abb. 5:3) mit. (Eine ausführ­liche Auswertung der früher gefundenen Exemplare s. Hundt 1970,35-40; Mozsolics 1967, 54—56). Hier soll noch erwähnt werden, daß die Dolche mit S-Profil und vier Nieten in ORADEA (Nagyvárad — vgl. Anm. 2; Popescu-Rusu 1966, R 2,2; Alexandrescu 1966, 123-124, Taf. 4:2) und in SZEGHALOM (Ke­menczei 1988, 12, Taf. 2:20) als Streufunde zum Vorschein gekommen sind (Abb. 5:2,4) - Auch diese kurze Aufzählung zeugt davon, daß die Dolche mit einer Klinge von S-Profil und einem Griff aus Holz­Knochen sich hauptsächlich in der östlichen Hälfte des Karpatenbeckens zur Zeit der Hajdúsámson­Apa-Metallkunst verbreitet haben. Doch kann es nicht ausgeschlossen werden, daß ihre Benutzung - wir können hier vor allem an die Exemplare mit vier Nieten denken - über diese Zeitperiode geht. Dies scheint die starke Ähnlichkeit des Dolches von Szeghalom, sowie des kurzen Schwertes von Zajta und der Klinge der zwei von unbekanntem Fundort stammenden Schwerter indirekt zu untermauern (vgl. Ke­menczei 1991, Taf. 3:13, 5:14-15).

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