Folia archeologica 43.

Kovács S. Tibor: A Kopaszi-zátonyi fegyverek

DIE WAFFEN AUS DER KOPASZI-SANDBANK Im Juli und August 1873 brachte aus der Kopaszi-Sandbank (Abb. 1) die „Vul­kan" genannte Baggermaschine einen aus 56 Stücken bestehenden Waffenfund an die Oberfläche. Im Fund waren 14 Schwerter und Säbel, 5 Helme, 14 Büchsenläufe, 2 Hakenbüchsen, 7 Radschloßabzugsvorrichtungen, 12 Brust- und Rückenharnische, sowie 2 Ringelpanzer. Von den Waffen sind mehrere Stücke verschollen: 3 Helme, 5 Radschloßabzugsvorrichtungen, 5 Schwerter und 6 Säbel, 7 Büchsenläufe, sowie 11 Brust- und Rückenharnische blieben erhalten. Die Helme sind halbkugelförmig, wurden mit glatter oder gérippter Oberfläche hergestellt. (Abb. 2) Diese waren den Kopf gut schützende, jedoch die Aussicht nicht störende Helmtypen. In zwei Helmen waren Nürnberger Zeichen eingeschlagen. In den zeitgenössischen Stichen kommen sie bei Bogenschützen, Handbüchsenschüt­zen und Kanonieren in mehreren Fällen vor. Die verschollenen zwei Helme gehörten zum Morion-Тур. Die Brust- und Rückenharnische können in 3 Haupttypen gereiht werden. In größter Zahl blieben die sog. Brust- und Rückenharnische von Maximi­lian-Typ erhalten. (Abb. 3 und 4) Der andere Typ ist ähnlich, wurde aber ohne Rip­pen und Rillen erzeugt. (Abb. 5) Die dritte Variante vertritt die frühe From des sog. Tapul-(Tappo-) Brustharnisches. (Abb. 4 4) Die Schwerter, (Abb. 6, Abb. 7.1,3) wurden auf Grund ihrer Form und der auf ihnen sichtbaren Zeichen in süddeutschen Werkstätten (Solingen, Passau) hergestellt. Auf den zeitgenössischen Bildern kom­men sie häufig als Seitenwaffen der Handbüchsenschützen vor. Von den Säbeln ist für die erste Variante die leicht gebogene Klinge ohne Rückenschneide charakteris­tisch. (Abb. 7.2.,4., Abb. 8.1 .,4) Diese konnten ausgezeichnet auch zum Stechen ge­braucht werden. Dieser westliche Säbeltyp kam im ausgehenden 15. Jh. in Mode. Die anderen zwei Stücke weichen nur in der Klinge von den obigen ab, sie verfügen näm­lich über eine Rückenschneide. (Abb. 8.2.,3) Auf den zeitgenössischen Stichen kom­men sie als Seitenwaffen der Fußsoldaten und der Kanoniere vor. Die Länge der Büchsenläufe bewegt sich zwischen 640 und 777 mm. Ihr Kaliber beträgt 10/11 mm. Die durchschnittliche Dicke der Laufwand zeigt 6,5 mm. (Abb. 9) Diese leichten Handfeuerwaffen waren auf Grund des oben Gesagten von großer Schußweite. Sie galten als moderne Handfeuerwaffen dieses Zeitalters. In Ungarn werden sie in den damaligen Inventarien als deutsche bzw. spanische Büchsen er­wähnt. Sehr beachtenswert sind auch die Radschloßabzugsvorrichtungen. Ihre Länge schwankt zwischen 240 und 285 mm. Der Dm des Rades beträgt 35-36 mm, seine Br: 4 mm. (Abb. 10) Diese frühen Radschlösser entstehen auf Grund der Paral­lelen in den Jahren 1520-30. Mit den obigen Läufen zusammen bildeten sie die mo­derne Handfeuerwaffe dieser Zeitperiode. Sie dürften wahrscheinlich in Süddeut­schland erzeugt worden sein. Das machtpolitische Vakuum nach der Schlacht von Mohács (1526) führte in Ungarn zur doppelten Königswahl. Von Suleiman I. wurde Buda 1529 an János Sza­polyai abgetreten. Deshalb wurde Buda 1530, 1540/41 und 1542 belagert, jedoch in sämtlichen Fällen erfolglos. Auf Grund der Fundstelle, der Zusammensetzung des

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