Folia archeologica 42.

Mesterházy Károly: Bizánci és balkáni eredetű tárgyak a 10-11. századi magyar sírleletekben II.

BIZANCI EREDETŰ MAGYAR SÍRLELETEK 177 Ursprung ist uns aus Novi Banovci bekannt. Die Herkunft einiger Ohrgehänge mit einem Körbchenanhänger ist noch nicht geklärt (Nagykamarás, Rákospalota, Nyár­egyháza, Nitrianské Blatnica). Anhänger. In landnahmezeitlichen Gräbern kommen zuweilen in sekundärer Anwendung Bestandteile von Ohrgehängen als Anhänger vor (Bezdéd Grab 9 : Abb. 2. 4—5), ein anderes Mal können auch die Ohrgehänge gefunden werden, zu welchen diese Anhänger gehört haben. Keramik. Wir können bloß von einem Gefäß berichten, von der seit langem her bekannten Amphora von Sóshartyán. Aufgrund ihres profilierten Bodens und der Qualität ihrer Glasur stammt sie wahrscheinlich eher aus Byzanz als aus Bulgarien (Abb. 9). Wie die erörterten Schmucke, Schnallen nach Ungarn gelangt sind, hierfür gibt es mehrere Vorstellungen. Sie können erbeutet worden sein, oder haben Handelswa­ren gebildet, jedoch konnten sie auch durch Umsiedlung ganzer ethnischer Gruppen als von Sklavinnen oder von Ehefrauen benutzte Schmuckgegenstände hergelangen. Die Schmucke aus dem 11. Jh. stammen gewiß nicht aus Kriegsbeuten. Feldzüge ge­gen Byzanz wurden nämlich zwischen 934 und 970 geführt, also vom Gesichtspunkt der Beuten kommen in erster Reihe die Grabfunde zwischen 934 und 1000 in Be­tracht, jedoch auch dort vielmehr die mangelhaften Stücke, da diese bestimmt nicht angekauft worden sind. Untersuchen wir die Verbreitung der byzantinischen und balkanischen Gegenstände, so stich uns sofort in die Augen, daß sie gerade in jenen Gebieten in verhältnismäßig geringer Zahl vorgefunden worden sind, wo das mili­tante Element gelebt hat, also in der Oberen Theißgegend oder in der Umgebung von Székesfehérvár (Abb. 10). Deshalb kann es als wahrscheinlich betrachtet werden, daß das uns als Grabfunde vorliegende Material, die untersuchbaren Schmuckge­genstände in vorherrschendem Maße Handelsartikel gewesen sind. Gerade deshalb finden wir sie vor allem an der Theiß vor. Die erbeuteten Schmucke, größeren Stücke (Eßgarnitur usw.) wurden vielmehr eingeschmolzen und konnten daher solche Ge­genstände in den Gräbern nicht vorgefunden werden. In den Gräberfeldern des 10. Jh. treffen wir selten je einen Gegenstand fremden Ursprunges an. Auffallend ist hingegen, daß in Halimba in der Frühphase sich in einigen Gräbern nur solche Schmucke befunden haben. Da diese Gegenstände auf ei­nen fremden Ursprung zurückgehen und ihre Benutzer vermutlich Slawen gewesen sind, können wir aufgrund der Schmucke an um- oder übergesiedelte kroatische Familien denken. Die billigen Bronzeschmucke dürften auch von den slawischen Meistern der spätantiken Werkstätten des 9. Jh. erzeugt worden sein. Károly Mesterházy

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