Folia archeologica 42.

Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról

DILEMMA VON MEZÓBERÉNY (I884) 137 7. SCHLUSSFOLGERUNGEN I. Aufgrund der Datierung des frühen Grabes von Mezőberény auf die zweite Hälfte des 5. Jh. und der geographischen Lage zwischen der Theiß und dem einstigen sarmatischen Wall 1 0' 1 ruhte im Knabengrab von Mezőberény gewiß eine gepidische Person, die aufgrund der Daten von j. Werner 1 0" vermutlich aus einer stirps regia, d.h. aus königlichem Blut gestammt haben dürfte. Da es seine enge kausale Verbindung zwischen dem Wohnsitz /Sitz (?) der kö­niglichen Familie und ihrer Bestattungssttätte vorausgesetzt werden kann/ muß (?), scheint es wahrscheinlich zu sein, daß das eine (?) Zentrum des gepidischen König­reiches an der Theiß in der zweiten Hälfte des 5. Jh. im Kreise des Zusammenflusses der drei Körös gelegen sein dürfte (Abb. 5.). Vielleicht mit dieser Möglichkeit des kö­niglichen Sitzes kann auch das Hervorkommen eines anderen wichtigen Fundes dieser Zeit, des Grabfundes mit Schwert und Goldschnalle von Apahida-Blucina­Typ in Gyulavári-Sandgrube des Ernő Tisch aus dem Jahre 1939 im Umkreis (in der Luftlinie etwa 45 km weit) in Zusammenhang sein. 11 1 II. Die Funde des frühawarenzeitlichen Grabes — einzeln und in ihrer Gesamt­heit — bedeuten in den durchschnittlichen frühawarenzeitlichen Fundkomplexen ein derart fremdes Element, daß sie unter den prägnanten Funden einer anderen Periode hundert Jahre lang „sich verstecken konnten". Daraus folgt aber auch, daß nicht nur die Gegenstände, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch ihre Besit­zer im frühawarenzeitlichen Milieu fremd (?) gewesen sein dürften. Die Frage kann mit aller Sicherheit nur dann beantwortet werden, falls man alle Analogien der Ge­genstände von ein und demselben Gebiet ableiten könnte. Da uns dies nicht möglich ist — hat das Ohrgehängepaar vorläufig noch keine Analogie; die Gürtelbeschläge sind allzu „international"; die Verbreitung der Schwertbeschläge mit Perlendraht verblüffend sporadisch und das Vorkommen der Zierelemente reicht von Persien bis England — deshalb bleibt nichts anderes übrig, als eine solche Voraussetzung, daß wir die Gegenstände des Grabkomplexes infolge der mediterranischen Ableitung der meisten granulierten und mit Perlendraht verzierten Stücke für byzantinisch erachten/halten und in ihrem Besitzer entweder einen Soldaten aus dem ersten Drit­tel des 7. Jh. oder einen sich in seiner Ausrüstung bestatteten Awaren zu erkennen vermuten. NACHTRAG Nach der Abgabe meines Manuskriptes erschien die hunnische Monographie (13. 02. 1992) von I. Bona (Bona 1991). In dieser wiederholt er im wesentlichen seine frühere Meinung (Bona 1979a 316—317): „Das Grab von Mezőberény ist bisher das einzige, das in der Gegend des zentralen Ordu der Hunnen ans Tageslicht gekom­10 8 Csallány 1943; Csallány 1961. Kartenbeilage;Szabó 1970. 30-33/37-38., KarteS. 31.; Bona 1974/ 76. Abb. 3.; Pohl 1980. 268-269.; Kiss 1981. 172-173., Abb. 1: 2. 10 9 Werner то. 6-7. 11 0 Werner 1966. 11 1 Csallány 1961. 111., Nr. 31.,Taf. CXCI: 1-2.

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