Folia archeologica 40.

Andrea H. Vaday: Szarmata aranyleletes férfisír Dunaharasztiból

AWARENZEITLICIIE GOLDENE AGRAFFENPAAR 151 Die oben aufgezählten Darstellungen, d. h. die Kaiserporträts, die Abbildun­gen von Heiligen, Märtyrern können auch die Vorbilder der unter den spätawa­renzeitlichen, rankenverzierten Gürteln vorkommenden Schnallen und Riemen­zungen mit sog. „Kaiserporträts" sein. D. Dimitrijevic sieht in diesen die awa­rischen Varianten der fränkischen Kaiserporträts und zugleich auch in der awa­rischen Goldschmiedekunst vorfindbare Beweise der Anhängigkeit vom fränki­schen Kaisertum. 3 8 Die Bildreihe der Agraffe von Dunapataj und auch die Gesichtsdarstellungen der gegossenen Beschläge kamen — unseres Erachtens — ohne tieferen Sinn, bloß mit dekorativem Vorhaben auf diese Gegenstände. Ähnlich wie z. B. die sinnlos angewandten, zerstückelten Goldbeschläge byzantinischen Ursprungs auf dem Schwerte von Kunágota. Auf den Bildreihenbändern der Agraffe von Duna­pataj wurden die Köpfe bei der Zusammenfügung aufeinandergebogen und dies beweist, daß der Darstellung keine bedutende Rolle zugefallen ist. Die Details der Konstruktion des Agraffenpaares (der große Ausschnitt der oberen Platte, die Montierung der inneren Halbkugelreihe, die aufeinanderge­bogenen Enden der Seitenplatten, ihr Durschschlagen mit zur Verbindung dienenden Schlingen) weisen darauf hin, daß zwar einzelne technische Teile und die Darstellung byzantinischen Ursprunges sind, dürfte der einer neuen Funktion entsprechende Gegenstand dennoch in einer awarischen Goldschmiedewerkstatt hergestellt worden sein. Datierimg Das Agraffenpaar stammt nicht aus der Frühawerenzeit. Das ante-quem seiner Erzeugungszeit gibt das Agraffenpaar von Ozora an, wonach vor dem Ende des 7. Jh. zum Zusammenhalten des Gewandes dienende Agraffen gar nicht gebraucht worden sind. Die enge Verbindung der Agraffe von Dunapataj mit den byzantini­schen Funden und seine Edelmetallmaterie lassen darauf schließen, daß wir ihre Herstellungszeit zwischen dem Ende des 7. — Anfang des 8. Jh. suchen müssen. Die relative Chronologie der awarenzeitlichen Agraffen des Karpatenbeckens kann aufgrund der Begleitfunde und der Änderungen der Form abgeleitet werden. Die Einzelstücke, die aus Edelmetall hergestellten Exemplare und die in geringer Zahl auf uns gebliebenen Nachahmungen wurden in der ersten Hälfte des 8. Jh. erzeugt, die in größerer Zahl vorhandenen Massenwaren (Rosettenagraffen und ovale Schachtelagraffen) sind aber schon für die zweite Hälfte des 8. Jh. charak­teristisch. 'Ansa m menfas sung Das aufgrund der Form, der Materie und der Verzierung einzigartige Agraf­fenpaar von Dunapataj wurde nach byzantinische Vorbilder (Reliquienschreine) unter Verwendung von byzantinischen goldschmiedtechnischen Kunstgriffen (z. B. perlenreihenhaltende Bandbögen) dem awarischen Geschmack entsprechend M Dimitrejevic 1966, 69-70.

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