Folia archeologica 39.
Sándor Soproni: Decebal-fejes agyagmécses
124 SÁNDOR SOPRONI tene Kopf dem Heer vorgeführt wurde. Den Kopf des besiegten Feindes zeigt der Kaiser Traianus auf einer Platte den Soldaten vor (Abb. 10). 1 9 Die Patte wird mit beiden Händen von einem Soldaten gehalten, an der anderen Seite steht der Kaiser selbst. Der vom Rumpf abgetrennte Kopf war immer eine beliebte Trophäe bei den Römern. Der Unterschied zwischen dem Brauch und der Darstellung liegt nur darin, daß hier der Kopf nicht bei den Haaren gehalten, sondern an einer Platte vorgeführt wird. 2 0 Das weitere Schicksal des abgeschnittenen Kopfes ist — wie es auch Dio Cassius erwähnt —, daß er wahrscheinlich einbalsamiert nach Rom gebracht wurde, 2 1 wo er die eine Hauptattraktion des Triumphzuges war. Den Fasti Ostienses nach wurde: 2 2 ,, Decibali [caput . . . in sca[ lis Gemoni [is iacuit] ". Auf die Scalae Gemoniae wurden die hingerichteten Sünder vom Henker auf einen Haken gehängt geschleppt, wo man die Leiche eine Zeit lang dem öffentlichen Schmach des Volkes ausgesetzt hat. 2 3 Darauffolgend wurde der Kopf des Decebal dem Brauch entsprechend auf einen Haken gehängt in den Tiber geworfen. Im Zusammenhang mit dem Tode des Decebal ist noch erwähnenswert, daß die Darstellung an der angeführten Traianussäule (Abb. 8) und am Grabstein von Ti. Claudius Maximus 2 4 sich einander außerordentlich gleichen: der niedersinkende König wird von links von einem römischen Reiter angegriffen, in userem Fall wahrscheinlich von Ti. Claudius Maximus selbst. Aus dem Gesagten ist für uns das wichtigste, daß der Kopf des toten Decebal abgeschnitten wurde 2 5 und als Triumphzeichen zuerst zum Kaiser, in sein Hauptquartier und nachher nach Rom getragen wurde. Im weiteren untersuchen wir, ob sich der abgeschnittene Kopf von Decebal mit der Darstellung unserer Lampe in Verbindung bringen ließe. Eine authentische Darstellung des dakische Königs ist nicht auf uns geblieben. Er kommt mehrere Male nur an den Darstellungen der Traianussäule vor. Diese können aber nur relativ als authentische Darstellungen betrachtet werden und die Gestalt an diesen ist bloß bis zu einem gewissen Grade als eine mit von den römischen Künstlern vorgestellen Zügen bekleidete Figur anzusehen. 2 6 An der Traianussäule erscheint Decebal siebenmal, auf der achten Darstellung sehen wir nur mehr den abgeschnittenen Kopf. Im ersten dakischen Krieg wird der dakische König zweimal vorgeführt: in der Schlacht von Tapae, 2 7 sowie in der Szene der Besiegung der Daker. 2 8 Von den beiden zeigt die besonder gute, 1 9 Cichorius 1900, Tafelband Feld CXLVII; Der früheren Auffassung entgegen (PATSCH 1937, 118) beweist Speidel überzeugend, daß der Kaiser sich nicht von der Szene fern gehalten hat und die an der Platte sichtbare Hand nicht zum Decebal, sondern zum Kaiser gehört (Speidel 1971a). 2 0 Speidel 1971a, 170.; Zum Brauch der Köpfung im dakischen Krieg: Patsch 1937, 118, Anm. 5. 2 1 Dio Cassius LXVIII 14,3. 2 2 Degrassi 1947, 177, 198-199, 226-227. Fragm. 20. 2 3 Ziegler 1910, Sp. 1115. 2 4 Speidel 1970, Pl. XIII. 2 5 Der herzförmige Boden der Lampe erregt auch die Vorstellung des abgeschnittenen Kopfes. 2 6 Panaitescu 1923 387; über die Darstellungen des Decebal noch: Vulpe 1975, 71 — 83. 2 7 Cichorius 1900, Tafelband Feld XXIV. „Erste Schlacht". Zu den Darstellungen ausführlich: Panaitescu 1923; Vulpe 1975. 2 8 Cichorius 1900, Tafelband Feld LXXV. „Unterwerfung des dakischen Volkes".