Folia archeologica 39.
Tibor Kemenczei: A magyar Duna-Tiszavidék és az Északnyugat-Balkán kapcsolatai a korai vaskorban
"108 TIBOR KEMENCZEI dem 9 — 8. Jh. v. u. Z. stammenden Gräbern der Wald-Steppengegend vor. 5 2 In diese Gräber wurden die Toten ebenso in Hockerlage oder gestreckt bestattet, wie dies auch bei den früheisenzeitlichen ethnischen Gruppen des Alföld der Fall war. Dies stellte im Gegensatz zu dem in der Spätbronzezeit dominierenden Leichenbrand einen völlig neuen, fremden Ritus im Alföld dar. Es kann auch festgestellt werden, daß in den spätbronzezeitlichen Siedlungen das Leben erloschen ist, sie wurden von ihren Bewohnern verlassen. Aus der Früheisenzeit sind uns keine Siedlungen bekannt und so dürfte sich die frühere Ackerbauwirtschaft auch nicht fortgesetzt haben. Aufgrund all dieser Tatsachen kann mit Recht angenommen werden, daß sich im ungarischen Alföld in der Früheisenzeit fremde, aus den östlich von den Karpaten gelegenen Gebieten stammende ethnische Gruppen niedergelassen haben. Das Denkmalmaterial aus dem heutigen Nordjugoslawien zeugt davon, daß der Ursprung der früheisenzeitlichen Kultur der dortigen Bevölkerung völlig anders war. Im großen Teil der serbischen Donaugegend, in Syrmien verbreitete sich die Besarabi-Bosut-Kultur oltenischen Ursprunges, 5 3 entlang der slawonisch-syrmischen Donau, in Süd-Baranya und in der Batschka setzte die spätbronzezeitliche Dalj-Guppe ihr Leben fort. 5 4 Im Gebiet der letzteren ließ sich im 8. Jh. v. u. Z. eine balkanisch illyrische Bevölkerung nieder. 5 5 Nach der Meinung mehrerer Forscher beweisen die in Nordjugoslawien zum Vorschein gekommenen Metallgegenstände „thrakisch-kimmerischen" Typs die dortige Ansiedlung der Kimmer 5 6. Dies scheint aber die Gesamtheit des Fundmaterials betrachtet völlig unwahrscheinlich zu sein. Die großen Siedlungen der Bosut-Gruppe an der Donau zeugen von der Ansiedlung einer ackerbautreibenden Bevölkerung, die keramischen Funde widerspiegeln hingegen den Stil der früheisenzeitlichen Keramik der unteren Donaugegend. Die örtliche Herkunft der Dalj-Gruppe liegt auf der Hand. Die in verhältnismäßig geringer Zahl auf uns gebliebenen Metallgegenstände östlichen Typs können keinen Bevölkerungswechsel beweisen, diese dürften auch durch Handelsbeziehungen sowohl aus dem ungarischen Alföld wie auch aus dem von der Wanderung der Kimmer berührten Gebiet Ostbulgariens 5 7 zu den Besarabi-Bosut- bzw. Dalj-Gruppen gelangt worden sein. Die Zusammensetzung der Metallfunde aus Serbien, der Vojvodina und aus Syrmien von sog. thrakisch-kimmerischem Typ entspricht völlig der Herkunft der dort gelebten ethnischen Gruppen. Die meisten solchen Gegenstandstypen sind von örtlicher Herkunft oder zeigen den mittelbalkanischen Typ an. Aus diesem Raum wurden die Schmuckgegenstände von makedonischer und illyrischer Herkunft der im ungarischen Alföld gelebten früheisenzeitlichen Bevölkerung vermittelt, weitergegeben. Von diesen Verbindungen zeugen nicht nur die Metallgegenstände, sondern auch die Keramikfunde von Besarabi-Bosut-Typ der mittleren Theißgegend. 5 8 5 2 Tereno%kin 1974, 69, 87, 93. 5 3 Medocic 1978; Popovic 1981. 5 4 Vinski- Gasparini 1973, 158-164; Vasic 1977, 22. 5 5 Vinski- Gasparini 1973, 208-210; Trajkovic 1977, 29-36. 5 6 Kosoric 1972, 22; Garasanin 1973b, 457-459; Tasic 1971, 28; Tasic 1984, 157; Gabrovec 1981, 166. 5 7 Tonceva 1980, 5; Belogradec; Popov 1930-31, 89: Endze. 5 8 Paiek 1974, 359, Taf. 4, 15, 16; S Zabó G. 1988.