Folia archeologica 38.

Kemenczei Tibor: A békéscsabai aranylemez

FOLIA ARCHAEOLOGICA XXXVIII. 1987. BUDAPEST 155 RÖMERZEITLICHER EMAILLIERTER PFERDEGESCHIRRBESCHLAG AUS VISEGRÁD ÉVA В. BÓNIS — IBOLYA SELLYE Bei Visegrád (Kom. Pest) kam aus der Donau im Laufe der Schotterbagge­rung ein emailverzierter Pferdegeschirrbeschlag in das Ungarische National­museum — Mátyás király-Museum (Inv.-Nr.: 78.59.l.). 1 Das völlig intakte bron­zene Pferdegeschirrdekor (Abb. 1 ) besteht aus zwei Teilen. 2 Der untere Teil der großen oberen Scheibe war querüber mit einem waagerechten Befestigungsglied verbunden, in dessen drei runden Löchern drei Anhänger eingehängt waren. Den gleichförmigen Anhängern schließt sich oben je ein dreiblättriger Aufhän­gering an, die unteren Dreiblätterglieder sind von tropfenförmiger Verzierung abgeschlossen. An der großen Scheibe befindet sich oben gleichfalls ein Dreiblatt, das mitt­lere Blatt ist dunkelblau, die beiden äußeren Blätter sind rot, an der Seite der Scheibe befinden sich zwei runde Ösen mit roter Emaileinlage. Die Scheibe ist glasartig glänzend, in der Mitte kann eine hellblaue Emailspur wahrgenommen werden, im innersten Kreisbogen sind auf weißem Grund sich abwechselnd sechsblättrige rote Millefiori-Blumen mit blauer und blaue Millefiori-Blumen mit roter Mitte. Im äußeren Kreisbogen laufen auf mittelblauem Grund sechsblätt­rige weiße Blumen ringsum, mit türkisblauer Mitte. In der Mitte der gleichverzierten Anhänger ist eine rote Emaileinlage, im inneren Kreis wechseln sich auf weißem Grund sechsblättrige, blaue und rote winzige Millefiori-Blumen ab. Im äußeren Kreisbogen ist der Grund mittelblau, die winzigen Blumen sind hellblau. An der Rückseite der großen Scheibe (Abb. 2) befinden sich zwei senkrecht aufgelötete, eckige Ösen, durch die wahrscheinlich ein breiter Gurt durchgezogen wurde. Der Rand der Scheibe ist schräg abgebogen. An der Rückseite der Anhänger dürften je zwei Niete mit Kopf und zylindrischem Hals wahrscheinlich der Befestigung eines Lederriemens gedient haben. H: 110 mm, Br: 56 mm, Scheiben Dm: 42 mm, D: 3 mm, Anhänger L: 49 mm, 1 Für die Überlassung des Gegenstandes zur Veröffentlichung sind wir den Archäologen des Mátyás király-Museums Zu Visegrád und Sándor Soproni Dank schuldig. 2 Das Farbbild bringen wir auf dem Titelblatt des in der Serie „Évezredek, Évszázadok Kincsei" (Schätze von Jahrtausenden, Jahrhunderten) erschienenen Heftes über die römer­zeitlichen Emailarbeiten. B. Bónis-Sellye 1988. Titelblatt und Abb. 20-21.

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