Folia archeologica 38.
Vörös István: A Tiszalúc-sarkadi rézkori település állatcsontleletei (Előzetes jelentés)
138 PÁL PATAY Außer den Zisten von Kurd reihte Stjernquist in diese Variante bloß ein ein2Íges fragmentarisches Exemplar aus Böhmen (mit dem Fundort Hostice), hauptsächlich wegen des „Sternmusters" seines Bodens. 1 8 Gleichzeitig grenzt sie von diesem eine andere „Hallstatt"-Variante ab, eigentlich nur aus dem Grunde, daß während die zu Kurd eingereihten örtlich konzentriert vorkommen, sind 5 (und 2 ähnliche) Exemplare der letzteren, geographisch sehr zerstreut, von England bis Osterreich zu finden (2 Exemplare von diesen stammen aus Hallstatt selbst), trotz dessen, daß ihre Charakteristika fast gleich sind. Sie hält sogar für möglich, daß diejenigen Kurder Zisten, wo sie die Versteifungsart des Randes — vermutlich weil sie die Beschreibung von Wosinszky nicht kannte — nicht feststellen konnte (also die mit Ruten versteiftem schmalem Rand), gleichfalls in die „Haiistatter" Variante einzureihen wären. 3 9 Es ist zu bedenken, ob eine derart minuziöse Typologisierung von Bedeutung sei ? Untersuchen wir nämlich die Verbreitung der ganzen Gruppe „KM1 PBla" (und nicht die einzelnen Varianten getrennt), so fällt uns auf, daß diese — mit Ausnahme einiger, in weite Gegenden gelangter Exportstücke — auf das Gebiet der ostalpinischen Hallstattkultur fallen. Die Zisten von Kurd sind also keine italischen (wie es Wosinszky vermutet hat: „etruskischen") Werkstattsprodukte, sondern gehören in jene Kultur, die sich in östlicher Richtung auch bis in die Gegend des Fundortes, bis zum Kapostal erstreckt hat. Natürlich wünschen wir hiermit nicht zu sagen, daß die Zisten in der unmittelbaren Nähe ihrer Fundstelle erzeugt worden sind, sondern wollen nur unsere Meinung zum Ausdruck bringen, daß sie in den Formenkreis der auf dem Fundort einheimisch gewordenen Kultur hineingehören. Hiermit berührten wir aber auch die Frage des Alters der Funde. Leider können wir hierauf nur indirekt schließen, u. zw. über die aus den Gräbern 910 und 769 des Haiistatter Gräberfeldes stammenden Zisten, die mit den Kurder Exemplaren fast völlig übereinstimmen (das letztere weicht von diesen nur insofern ab, daß bei ihm der Rand nicht von einem Eisen- oder Holz-, sondern von einem Bronzereif ersteift ist). Jedoch geben selbst diese keine eindeutige Zeitangabe, da — laut Stjernquist 2 0 — sich das erste Grab auf die HC-, das zweite hingegen auf die HD-Periode datieren läßt. Für den Fund von Kurd halten wir diese letzte dennoch für die wahrscheinlichste, die meisten Zisten stammen nämlich aus dieser Periode. Auch auf Grund der Situla des Fundes können wir nur in großen Zügen die Feststellung tun, da die unmittelbaren Analogien — so auch in Hallstatt — in den Gräbern beider Perioden gleichfalls vorkommen. Da selbst die Situla (MNM. Inv.— Nr.: 64/1886) bisher nicht eingehend beschrieben wurde, versuchen wir gleichzeitig auch dies nachzuholen. Obwohl sie in stark beschädigtem Zustand eingeholt wurde, können im Grunde genommen dennoch die meisten, von typologischem und technischem Gesichtspunkt wesentlichen Einzelheiten an ihr noch erkannt werden. Nicht nur die eine Seite ist mangelhaft, es fehlen auch der Boden, der Hals und der Rand. Sie hat die Form eines umgekehrten Stumpfkegels. Von diesem sondert sich die Schulter, 1 8 Stjernquist 1967, I. 69 - 70, II. 39. Taf. 65. 2. 1 9 Stjernquist 1967, I. 70-71. 2 0 Stjernquist 1967, I. 68-71. II. Karte 1.