Folia archeologica 37.

Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister

DF.H FUND VON VIZESD-PUSZTA 219 „Perle, aus feinem Ton (?) mit gekerbter Verzierung, grau" 8 4 hervorheben und, auf der primitiven Zeichnung des Inventarbuches neben dem Posten kann schon die From und die Verzierung des Chalzedonknopfes erkannt werden, noch dazu eines Knopfes, der aus zwei gleichen Teilen besteht. Seine Oberplatte ist verziert und über dem unverzierten Unterteil läuft eine gekerbte Rille ringsum. Dies paßt nur zu dem Chalzedonknopf unter Abb. 7.4. und nicht zu einem größeren gedrückten Exemplar (Abb.3.2.). So läßt sich der kleinere Knopf mit dem Fun­dort Jászberény—Csegelapos, der größere mit Vizesd-puszta identifizieren. Das Material der erwähnten zwei Fundorte zeigt auch eine andere Verwandtschaft. In Csegelapos verweisen außer diesem Schwert- oder Dolchknopf der durch­brochene, vergoldete Bronzedolch- oder Schwertbeschlag, die silberne sog. sar­matische Riemenzunge, die Lanze und die Münze von Antoninus Pius auf diese Verwandtschaft. Außer den ersähnten, aus Bronze, Eisen, Ton und Chalzedon gefertigten Schwert- und Dolchknöpfen muß noch das lange, einschneidige Eisen­messer mit gebogener Klinge des in Hódmezővásárhely— Gorzsa erschlossenen Grabes erwähnt werden, dessen Knochenschaft ein aus Knochen geschnitzter Knopf abgeschlossen hat. 8 5 Es sollen nun die Charakteristika der Funde von Vizesd puszta kurz zusam­mengefaßt werden. Die Gräber wurden ausgeworfen, die Leichen in mit Sarg­klammern und Nägeln zusammengezimmerten Holzsärgen in die Grabgrube ge­legt, sodann errichtete man auf diese die Hügel. Da sich die Erschließung nur auf den mittleren Teil der Hügel beschränkt hat, stehen uns keine Informationen darüber zur Verfügung, ob ein Umfassungsgraben um die Hügel vorhanden ge­wesen war, wie z.B. in Hortobágy — Poroshát, Madaras, Törökszentmiklós Surján Ujtelep 8l i und ob sich zwischen den Hügeln bzw. in ihrer Nachbarschaft auch zeichenlose Gräber befanden. 8 7 Die Hügel 1 — 2 enthielten Männerbestattungen. Hierauf verweisen der eiserne Schildbucker und Schildgriff, das Eisenschwert mit aus Ton gefertigtem Knaufknopf und zwei Lanzen. In den Hügel 4 wurde gleichfalls ein Mann bestattet in Steppentracht, mit sog. sarmatischem Gürtel mit Schnalle und Riemenzunge, Schuhriemen mit ähnlicher Schnalle und Riemen­zunge sowie mit Schwert und Dolch mit Chalzedonknopf. Neben den Toten wurden ein Glasgefäß, Silberdenare von Antoninus Pius und Marcus Aurelius gelegt, die Bekleidung hielt eine Fibel mit umgeschlagenem Fuß zusammen. Im sarmatischen Barbaricum Ungarns kann auch zum ersten Male ein neben den Toten gelegtes Pferdegeschirr beobachtet werden. Gerade infolge der Eigenartigkeiten dieses Fundkomplexes befaßte ich mich von neuem ausführlich mit dem Fund von Vizesd-puszta, der das vom wenige Waffenbeigaben enthaltenden Grab des sarmatischen Barbaricum des Karpatenbeckens aus dem Ausgang des 2. — Anfang des 3.Jhs entworfene Bild gut ergänzt. Unsere Gräber lassen sich mit den gra­benumnommenen Hügelgräberfeldern, mit den frühen Gräbern der Hügelgrup­pen von Hortobágy— Poroshát, mit einem Teil des weit ausgedehnten Gräber­8 4 MNM NGy Inv.-Nr.: 59. 1913. 23. Neuinventarisiert unter 29. 1952. 3. Im Inventarbuch wurden die Chalzedone auch öfters irrtümlich als feiner Fon bestimmt. 8 5 Párducz 1944, 17, 37 — 38, Taf. XXV. 6., mit Analogien und weiterer Literatur.

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