Folia archeologica 37.

Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister

214 ANDREA H. VA DAY weggerutscht wäre. (Dies ist auch dadurch ausgeschlossen, da sich auf dem Glied mit Trapezkopf keine solche schmale Abwetzungsspur befindet.) Beide Hängeglieder wurden an einen schmäleren Riemen angenietet, das Glied mit dem Hängehaken wurde mit seinem Riemen durch das Glied mit Trapezkopf gemein­sam durchgezogen, sodann der Haken zurückgebogen in das im Riemen ge­schlagene Loch eingehängt. (Abb. 6. 6) So kann auch der Stand der Hängeglieder auf dem Zaumriemen bestimmt werden, das Glied mit dem Trapezkopf zeigte dem Pferdegenick zu und folgte dem Riemen nach dem Riementeiler, das in Haken ausgehende Ende wurde zurückgebogen gleichfalls in die Richtung des Genicks angezogen in den Riemen eingehängt. Bei der Rekonstruktion bleibt nur mehr ein einziges Problem übrig, u. zw. die Frage der Trense. Die Bestim­mung ihres Typs stößt an Schwierigkeiten, da die bisherige Beschreibung diesen nicht behandelte. Die zur Rekonstruktion benutzten Pferdedarstellungen zeigen eindeutig Trensen mit Backenstange. Bei der Darstellung des Saka-Ganges im Palast von Persepolis (Abb. 6. 1), bei der Zeichnung des Teppichs aus dem Kur­gan von Pazyrik (Abb. 6. 2.) bei dem Pferdezeug auf dem skythischen Kamm von Solokha (Abb. 6. 3.), aber auch schon auf dem bereits angeführten Alexander­Mosaik (Abb. 6. 4) und bei der Pferdedarstellung der sibirischen sog. B-Schnalle aus der Sammlung Peters d. Gr. (Abb. 6. 5.) sowie bei den sassanidischen Darstel­lungen (Abb. 6. 8— 9.) treffen wir ähnliche Trensentypen an. Bei den früher ange­führten Funden von Szentes-Sárgapart und Geszteréd 0 2 handelt es sich um ein­fache Trensen mit Ring. Aus dem Fund von Vizesd-puszta blieb keine Trense bzw. kein Trensenzubehör erhalten, so läßt sich ihr Typ eindeutig nicht entschei­den. Die Zahl der Ringe bzw. die mangelhafte Beschreibung schließt auch die Möglichkeit nicht aus, daß die Holztrense mit der Backenstange zum Zaum ge­hört hat. Die mit Metallbändern verzierten Holzstäbchen dürften möglicher­weise auch hierher gehört haben, jedoch — da wir ihre Maße nicht kennen — kön­nen sie zur eindeutigen Rekonstruktion nicht verwendet werden. Dem Fund von Vizesd puszta ähnliches, vollständiges Zaumzeug ist uns aus dem sarmatischen Barbaricum des Karpatenbeckens nicht bekannt, einzelne Stücke tauchen aber auch an anderen Fundstellen auf. Aus einer Sandgrube von Angyalföld (Budapest) wurden in das UngNatMus ein trapezförmiger Bronze­beschlag aus Doppelblech 0 3 und eine halbeiförmige, bronzene Riemenzunge mit vier Ausschnitten 0 1 eingeliefert (Abb. 7.1 — 2). Bei der Erschließung des sich zwischen Máta und Zám-puszta (Kom.Hajdú-Bihar) erhebenden sog. Szásztelek oder Szászhalom kam 1910 ein sehr abgewetztes, scheibenförmiges Hängeglied mit gezähntem ( ?) Rand zum Vorschein. 0 5 Im Grab des kleinen Mädchens dürfte das Stück schon sekundär, als Anhänger einer Halskette gebraucht worden sein. (Abb.7.3.) Die Parallelen der Zäume können wir im Gebiet der Sowjetunion suchen. (Hier fasse ich die aus dem sarmatischen Barbaricum Ungarns zum Vorschein ge­kommenen, durchbrochenen, römischen Pferdegeschirrbeschläge nicht zusam­men, da alle, ohne Ausnahme nur einzelne Streufunde sind, die sich zur volls­6 2 s. Anm. 54. 6 3 MNM NGy Inv.-Nr.: 44. 1925. 1. 8 4 MNM NGy Inv.-Nr. : 44. 1925. 4. 6 5 Déri Museum, Debrecen. Inv.-Nr.: 151. c. 1910. Mit dem Fundort befaßte sich Párduc% 1950 , 67, Fundort des Hügels 23, ohne Mitteilung der Funde.

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