Folia archeologica 37.

Károly Mesterházy: Kora szarmata kori sírlelet Veresegyházról

164 ENDRE TÓTII einer vermögenden, Inschriften stellenden Volksschicht von den Großgrund­besitzen gehindert wurde und schloß im Inneren der Provizn auf eine vom pros­perierenden Grenzgebiet abweichende wirtschaftliche Entwicklung. 5 Diese Hy­pothese bedeutet auch notwendigerweise, daß wenn es südlich vom Balaton auch Städte gegeben hat, so dürften diese nur unbedeutende Siedlungen gewesen sein 0 und infolge der wenigen Inschriften sind uns nicht einmal ihre Namen bekannt. Schon früher habe ich darauf hingewiesen, 7 daß diese Folgerung bezweifelt wer­den kann, da zwar das sich südlich vom Balaton erstreckende Gebiet topographisch bekannt und erforscht ist, 8 haben hier keine systematischen Erschließungen statt­gefunden und es ist fraglich, daß die Zahl der Inschriften tatsächlich so niedrig gewesen war, wie dies aus den Funden zu vermuten wäre. Meine Zweifel wurden von den in dieser Hinsicht noch kargen Ergebnissen der vor 10 Jahren stattge­fundenen Ausgrabungen von Ságvár noch mehr bekräftigt. 9 Bei der Erschließung der im 4. Jh. errichteten, sodann umgebauten Festung fanden wir nämlich auch einige gemeißelte Grabsteinfragmente, die älter als die Festung waren. Im Bereich von Ságvár holte auch Flóris Römer inschriftliche und gehauene Fragmente ein. 10 Aus diesen konnte man darauf schließen, daß diese Fragmente als Baumaterial in die Mauern der im zweiten Drittel des 4. Jhs erbauten Festung 1 1 eingemauert wurden. In den letzteren Jahrhunderten, als die dicken Mauern von der Bevölke­rung als „Steinbruch" benutzt wurden, hat man die an die Oberfläche geratenen Bruchstücke entweder verschleppt oder eingebaut. 1982 stießen wir bei der Aus­grabung der gleichfalls aus dem 4. Jh. stammenden, innenpannonischen Festung von Alsóhetény glücklicherweise auf solche Funde, 1 2 die hinsichtlich der auf den Inschriftenmangel gegründeten Folgerung zur weiteren Vorsicht ermahnten. Es sind mehrere Hundert zerbrochene und aufgestückelte Inschriften und ge­meißelte Fragmente ans Tageslicht gekommen, die mit wenig Ausnahme Frag­mente von Grabstelen und Statuen aus Grabgärten herrühren. Die meisten von diesen wurden aus Marmor, ein etwas geringerer Teil aus Kalkstein von guter Qualität, einige aus schlechtem Sandstein vom ausgehenden 1. jh. u. Z. bis zur Zeit der Severer gemeißelt. Auf Grund der zahlreichen, mannigfaltig verzierten, zum guten Teil einen einheitlichen Stil zeigenden, gemeißelten Stücke müssen wir daran denken, daß ein Großteil der Grabsteine aus einem Gräberfeld stammt, denn 5 Mócsy 1974b 65. - ; Mócsy 1974c, 239. r> Mócsy 1974a, 165.; Mócsy 1974, 166. 7 Tóth 1976, 116 — 117. Auf Grund der territorialen Eventualität beim Auffinden der In­schriften halte ich die von András Mócsy vertretene statistische Namenanalyse für unbegründet; die Methode ist jedenfalls zu beachten und kann deshalb in vielen Fällen von entscheidender Bedeutung sein. Deshalb finde ich die Kritik von A. Mócsy (1985, 8, Anm. 6) nicht für berech­tigt: an der von ihm angeführten Stelle (AT 23, 1976, 11) habe ich nämlich nicht über die Methode der Namenanalyse geschrieben, sondern die methodologische Berechtigtheit der aus­schließlich auf die pannonische Verteilung der Inschriftenfundorte basierten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schlußfolgerungen bezweifelt, da ich ja die Folgerung — in der Frage des wirtschaftlichen Aufschwunges während der Scverus-Zeit-nicht in Abrede stellen konnte. 8 Koczti/r 1964. Das Gebiet des Komitats Tolna ist aus der alten, gründlichen Zusammen­fassung von Mór Wosinszkv 1896. bekannt. , J Vgl. Tó/h, E., ArchÉrt'103, 1976, 295. 1 0 Vgl. Kocz/íir 1964. 117-118. 1 1 Zum Bau der inneren Festungen: Soproni 1978, 139.; Tóth 1985, 121 - 136. 1 2 Tóth, E., ArchÉrt 110, 1983, 295.

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