Folia archeologica 36.

V. Kocztur Éva: Adalék Solymár római kori történetéhez

92 ENDRE TÓTII Städten von Pannónia Superior erwähnt wird (II 14, 2). Dies wäre gar nicht möglich gewesen, wenn die Grenze bei der Raab-Mündung begonnen hätte. Denn Brigetio liegt ja doch östlicher, und in diesem Fall hätte es schon eine Stadt von Pannónia Inferior sein müssen. Außerdem, wäre Brigetio eine Stadt von Pannónia Inferior gewesen, so hätte diese Provinz eine Konsularen zum Statt­halter haben müssen, und das war bestimmt nie der Fall. Einiges verweist darauf hin, daß man die Beschreibung des Ptolamaios — obwohl sie scheinbar problematisch ist — doch nicht völlig außer acht lassen darf, wenn man die Grenzen der beiden Provinzen bestimmen will. 1. Ptolemaios fixiert in jenem Kapitel seines Werkes, das Pannónia Superior behandelt, den östlichsten Punkt der Nordgrenze dieser Provinz bei der Mündung des Flusses Arrabo mit den koordinaten: 41 ° der Länge, und 47 40' der Breite. Damit übereinstimmend erwähnt er im nächsten Kapitel den nordwestlichen Grenzpunkt der Provinz Pannónia Inferior auch zweimal ebenfalls dei der Arrabo­mündung, diesmal jedoch ohne, daß er auch die Angaben der geographischen Länge und Breite wiederholte. Nachdem nun die Lage beide Male so überein­stimmend geschildert wird, kann man von Text-Korruption, Interpolation oder von Unsicherheit wohl kaum reden. 2. Versucht man die gemeinsame Grenze beider Provinzen zu bestimmen, so wird man auch die Zugehörigkeit der einzelnen Sidlungen berücksichtigen müs­sen. Während nun Ptolemaios unter den Siedlungen von Pannónia Superior die Donau entlang an letzter Stelle Brigetio erwähnt, rechnet er Curta ( = Crumerum, Nyergesújfalu), Solva (Esztergom) und Cirpi (Dunabogdány) schon den Siedlun­gen von Pannónia Inferior. Diese Schilderung ist völlig unabhängig davon, wie die Lage von Brigetio mit geographischen Koordinaten bestimmt wurde. Daraus folgt nun, daß die gemeinsame Grenze beider Provinzen zwischen Brigetio und Curta von der Donau ausging. Diese Behauptung widerspricht zwar der Vermu­tung jener Forscher, die den Anfang derselben Grenze im Bezirk zwischen Cirpi (Dunabogdány) und Ulcisia Castra (Szentendre) gesucht hatten, doch haben jene anderen Forscher, die sich mit Ptolemaios beschäftigt haben — trotz jener Unsi­cherheit, die sich in der Bestimmung der Lage von Brigetio meldet — dennoch hier, zwischen Brigetio und Curta-Crumerum den Anfang der gemeinsamen Grenze beider Provinzen lokalisiert. 1 5 3. Übereinstimmend damit, was im vorangehenden Punkt gesagt wird, beschrieb Ptolemaios die Lage der Donau-Biegung bei Dömös und Visegrád. Diese beiden Stätten liegen nach ihm in Pannónia Inferior (Ptol.II.15,1 ;297,1 —2). 4. Man wird zum Schluß auch die Tatsache nicht außer acht lassen dürfen, daß diese Angaben nicht in einer solchen antiken Schrift, die vom Gesichtspunkt unserer Frage aus als gleichgültig bezeichnet werden könnte, sondern in einem Spezialwerk überliefert wurden. Ptolemaios war auch geographischer Schrift­steller, und sonst verrät gar kein Zeichen, daß er so nachlässig und unaufmerksam einander widersprechende Angaben zusammengetragen hätte, wie dies ihm jene Forscher zumuten, die seine Grenzbeschreibung als unzuverlässig beiseite legen. Meiner Ansicht nach sollen wir den Schlüssel änden, der die sinnvolle Auslegung der ptolemäischen Angaben ermöglicht. 1 5 Polaschek, E., Ptolemaios, PWRE Suppl. X (Stuttgart 1965) 715, Plan I.

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