Folia archeologica 36.
Viola T. Dobosi: Ékszerek, hangszerek, különös tárgyak a magyarországi őskőkorban - Appendix II. Mária FÖLDLÁRI: Pilismarót—pálrét, borostyángyöngy elemzése
46 TIBOR KEMENCZEI angebracht werden, daß die aus Bronze hergestellten Mundstücke den eisernen Exemplaren nachgeahmt wurden und so konnte es mit der Entfaltung der Eisenschmiedekunst auch selbständig, ohne fremde Vorlagen an allen aufgezählten Gebieten zu ihrer Erzeugung gekommen sein. Zur Entscheidung dieser Frage kann die Untersuchung der Seitenstangen, dieses anderen Bestandteiles der Trensengarnitur eine Antwort geben. Aus Grab 15 des Gräberfeldes von Tepe-Sialk sind außer den Eisentrensen auch solche bronzene Seitenstangen zum Vorschein gekommen, die in der Mitte drei Löcher haben (Dreilochknebel)? Solche Seitenstangen von Cernogorovka-Typ waren im 9—8. Jh. v. u. Z. von Zentralasien über die Steppengebiete hindurch ganz bis Mitteleuropa allgemein in Gebrauch. 1 0 Die eisernen Exemplare kommen — wenn auch nicht in großer Zahl — im frühskythischen Fundmaterial der Waldsteppengegenden ebenfalls vor. 1 1 Nach Westen zu können wir ihre Verbreitung auch noch im Karpatenbecken feststellen. Aus Grab 9 des in Siebenbürgen, in Maroskeresztes (Cristesti) erschlossenen Gräberfeldes und aus dem Hügelgrab von Maroscsapó (Cipau) sind Trensen mit Dreilochknebel zum Vorschein gekommen (Abb. 2, 1), während in Nordungarn solche Exemplare im Depotfund von Fügöd (Abb. 3, 1 — 4) vorliegen. 1 2 Über ihre Chronologie weichen die Meinungen ab, die Grabfunde von Maroskeresztes und Maroscsapó datierte A. Vulpe auf die zweite Hälfte des 7. Jhs v. u. Z., V. Vasiliev hingegen auf das 6. Jh. 1 3 Das Alter des Depotfundes von Fügöd wurde gleicherweise auf das 7. und 8. Jh. v. u. Z. bestimmt. 1 4 In denselben Formenkreis gehörende eiserne Trensenseitenstangen sind uns noch aus Serbien (Ritopek), aus Syrmien (Dalj) und von Transdanubien (Sédvíz) bekannt. 15 Aus dem Grab von Ritopek machen die Schüssel mit turbanartig verziertem Rand und die eisernen Lanzenspitzen eine genaue Zeitbestimmung nicht möglich; das Exemplar von Dalj ist ein Streufund vom Gebiet des früheisenzeitlichen Gräberfeldes, während die Trensen von Sédvíz mit den charakteristischen Gegenständen der mitteleuropäischen Hallstatt C-Periode gemeinsam zum Vorschein gekommen sind. Die aufgezählten Daten zeugen davon, daß der Dreilochknebel zuerst zum Pferdegeschirr der Nomaden der Steppenzone gehört hat. Ihre eisernen Exemplare dürften in das Karpatenbecken mit den Gegenständen von frühskythischem Typ gemeinsam gelangt sein. Zur Bestimmung des Beginns ihres dortigen Gebrauches bietet der Depotfund von Fügöd eine entsprechende Grundlage. 9 Ghirsman, R., Fouilles de Sialk. 2 (1939) Taf. 25, Taf. 56. 1 0 Grja^nov, M. P., Carskij kurgan ranneskifskogo vremeni. (Leningrad 1980) 48, Abb. 30; Jessen, А. А., К voprosu о pamjatnikah 8—7. vv. do n. e. na juge evropejskoj casti SSSR. SA 18 (1953) 49ff. ; A. I. T erenow/kin, а. а. О. 149ff. 1 1 U'inskaja, V. A., Ranneskifskie kurgany bassejna r. Tjasmin (Kiev 1975) Taf. 13, 10; dies. Skify dneprovskogo lesestepnogo Levoberezja. Kurgany Posulja. (Kiev 1968) Taf. 21, 2. 1 2 Vasiliev, А., а. а. O. Taf. 16, 1—4; Kemencééi, Т., а. а. О. 85, Abb. 3, 6, 7. 1 3 Vulpe, A., Zur Chronologie der Ferigile-Gruppe. Dacia 21 1977 91; Vasiliev , V., а. а. O. 168f. 1 4 Kemenczei, Т. a.a. O. 88; Kossack, G., „Kimmerische" Bronzen. Situla 20—21 (1980) 140. 1 5 Vasil, R., The Chronology of the Early Iron Age in Serbia. BAR Suppl. Ser. 31, 1977, Taf. 48, 2; Vinski-Gasparini, K., Kultura polja sa zarama u severnoj Hrvatskoj. (Zadar 1973) Taf. 119, 18; Gallus, S. —Horváth, T., Un peuple cavalier préscythique en Hongrie. (Budapest 1939) Taf. 60, 1, 2, 5.