Folia archeologica 36.
Mesterházy Károly: Népvándorlás kori cserépüstök
NÉPVÁNDORLÁSI KOR CSERÉPÜSTÖK 163 wand senkrecht (Ócsa) oder waagerecht (Bidinci) durchbohrt. Die westeuropäischen Kugeltöpfe sowie die Kesselvarianten Ungarns und Osteuropas beweisen, daß im Frühmittelalter vielerorts offene Feuerstellen waren, wo in aufhängbaren Gefäßen gekocht wurde. All dies bedeutet zugleich auch, daß die Kessel mit der nomadischen oder halbnomadischen Lebensführung nicht in Verbindung gebracht werden können. Auf Grund des Gesagten schließt der Verfasser darauf, daß der Tonkessel zu verschiedenen Zeitpunkten überall als Nachahmung der Metallgefäße erscheint. Im Karpatenbecken ahmen zuerst die Sarmaten die spätantiken Gefäße nach, später machen dasselbe auch die Awaren, da die Metallkessel bestimmt teuer waren. Schon in den um 610 entstandenen Miracula Sti Demetri erscheint der Name des Tonkessels in einer Parabel, in den spätawarenzeitlichen Gräbern und Siedlungen kanns ein Vorkommen zu Beginn des 9. Jhs nachgewiesen werden. Die landnehmenden Ungarn brachten die Kunst der Kesselherstellung mit jedoch lebten im Karpatenbecken auch weiterhin noch awarische Töpfertraditionen. So gehen die Tonkessel mit Schutzklappen wahrscheinlich noch auf spätawarische Traditionen zurück, obwohl sie auch in der Kultur von Saltovo häufig vorkommen. Im Karpatenbecken ist aber im 10.—13. Jh. diese Gefäßart bestimmt für das Ungartum charakteristisch. и»