Folia archeologica 36.

Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön

132 ILONA KOVRIG Das Vorhandensein eines männlichen Kopfbedeckungsschmuckes 7 8 ist zu dieser Zeit prinzipiell nicht ausgeschlossen, jedoch dienten die als solche voraus­gesetzten Goldbleche der Gräber VIII und IX von Novogrigor'evka und die halbkugelförmigen Silberbeschläge des Grabes von Lengyeltóti von zweiterlei Größe nicht diesem Zweck. Die ersteren dürften — wie bereits erwähnt — Schwertriemenhalter gewesen sein, letztere in Anbetracht der zweierlei Größen und der zweierlei Längen der Niete mit abgehämmerten Enden waren am Leder­riemen von zweierlei Dicke — für den vom Veröffentlicher bezeichneten Zweck­— als Pferdegeschirrverzierung vorgesehen. 7 9 Sie versahen nicht dem mit Ösen­knöpfen verzierten Band von Batyr ähnliche Funktion, wo diese Knöpfe auf mit chinesischer Seide bedeckten Leinenstreifen genäht wurden. Von diesem letzteren das gewiß als Kopfschmuck diente, kann nicht mit Sicherheit behauptet werden, daß es zu einer Männerbestattung gehört hätte. Im Falle des gepreßten Goldban­des des Fundes von Pécs—Üszög. 8 0 könnte man auf eine andere Folgerung kommen, falls man versuchen würde, es mit den 5 gebogenen Goldblechen gemeinsam zu betrachten. * * * Die meisten Forscher halten die granulationsverzierten Diademe 8 1 (unsere 1. Gruppe) für Produkte der spätantike Traditionen bewahrenden bosporanischen, oder der diese nachahmenden Werkstätten des nörlichen Pontusgebietes. Kovaleva vertritt entschieden die Meinung, daß das aus der Dneprgegend stammende, mit Bernsteinen besetzte Exemplar von Staraja Igren' aus einer im nördlichen Küstengebiet des Schwarzen Meeres tätigen Werkstätte hervorgeht. Kadyrbaev setzt auf Grund der in Kasachstan gefundenen, polychromen Schmücke mit Granulation das Vorhandensein eines mittelasiatischen Zentrums voraus. Für diese Diademe ist — wie bereits erwähnt — die Anwendung der hoch­mugelig geschliffenen Steine charakteristisch, was mit der Granulation zusammen auf die bosporanischen Werkstätten oder auf die unter ihrem Einfluß stehenden Werkstätten der Pontusgegend hinweist. Es ist bekannt, daß in der späthelleni­stischen Goldschmiedekunst und in den spätantiken Goldschmiedewerkstätten an den Schmuckgegenständen polychromen Stils vor allem ,,en cabochon" geschlif­fene Steine angewendet wurden. Benutzte man auch quadratische oder rechteck­förmige Steine (oder Glasflußeinlagen), so achtete man darauf, daß diese sorg­fältig, auf regelmäßige Formen geschliffen seien, wie dies später auch ein übliches Verfahren war. Dieser Brauch erscheint auf dem Diadem von Novocerkask ebenso, 8 2 wie auf den auf die Wirkung der vom pontischen spätantiken Stil und 7 8 Bona , I., befaßt sich mit dieser Frage. Nibelugenlied . . . 305 f. 7 9 Bakay, K., Acta Arch. Hung. 30 (1978) 155, Abb. 7. 8 0 Alföldi, А., а. а. О. Taf. IV, 1-3. 8 1 Mit der Untersuchung der Granulationsornamentik der hunnenzeitlichen Gold­schmucke befaßt sich Zaseckaja: vgl. Anm. 13., 23., 24. 8 2 Rostovt^eff, M., Iranians and Greeks in South Russia. (1922) Taf. 26, 1.

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