Folia archeologica 35.
Kiss Attila: Egy magyarországi V. századi gepida ezüstcsatról
GEPIDISCII-TIIÜRINGISCHE B EZIEHUNGEN 83 wahrscheinlich auf ein breites Textilband befestigt. Diese Tragweise kann mit der Übernahme der byzantinischen Frauenmode in Verbindung gebracht werden/ 1 4 Die Fibel von Ártánd wurde dem örtlichen, gepidischen, zugleich aber auch dem allgemeinen Brauch nach getragen, die Trägerin dürfte eine gepidische Frau gewesen sein, deren Schmuck also durch Flandelsbeziehungen in Gepidien erworben wurde. Das Rippengefäß war die Beigabe eines Frauengrabes und dürfte gleichfalls auf dem Handelswege in das Gebiet jenseits der Theiß gelangt sein. 3 5 Für die beste Parallele des Gefäßes fanden wir früher das von Ingersleben, dessen Datierung sich laut B. Schmidt mit dem ersten Viertel des 6. Jhs schließt. 3 6 Das Rippengefäß kommt bei den transdanubischen Langobarden öfters vor als bei den Gepiden, 37 wo je ein westlicher Importgegenstand als eine Rarität gilt. Der Grund hierfür liegt darin, daß die Thüringer und die Langobarden Nachbarn waren und zwischen ihnen der Tausch der Güter auch durch die Familienverbindungen intensiverwar. 3 8 Über die Beziehungen zwischen den Gepiden und den Thüringern berichten keine schriftlichen Quellen. Auch gepidische Gegenstände sind bisher in den thüringischen Gräberfeldern nicht aufgetaucht, trotz dessen, daß man auch noch heute mit den donauländischen Beziehungen rechnet. 3 9 Zu direkten Verbindungen dürfte es vielmehr in der Hunnenzeit gekommen sein, als beide Völker Untertanen der Hunnen gewesen waren. 4" Die donauländischen Verbindungen dieser Epoche beweisen auch die Bestattungen mit deformierten Schädeln, unter welchen auch der mongoloidé Typ vorkommt, 4 1 und vielleicht auch das Frauengrab von Oßmannstedt, dessen Adlersfibel auch mit den Adlersverzierungen 3 4 Behm-Blancke , G., Gesellschaft und Kunst der Germanen. Die Thüringer und ihre Welt. (Dresden 1973) 140.; Bierbrauer, V ., Zu den Vorkommen . . . 133.; Bóna, I., Der Anbruch . . . 42. 3 5 Attila Kiss warf in seinem Gutachten als Lektor die Möglichkeit auf, daß statt der Vermittlung des 750—800 km weit liegenden Thüringen, vielmehr eine langobardische reell zu sein scheint. 1 6 ,,Die beste Parallele des Gefäßes aus Ingersheim. . ." — habe ich früher über das heute nicht mehr kontrollierbare Gefäß geschrieben. In: Hajdúböszörmény története. 15., Anm. 5.; Schmidt, В., Die späte Völkerwanderungszeit (1961) 99—100., Taf. XV. f.; Ders., Die späte Völkerwanderungszeit (1970) 57., Taf. L. 2b. 3 7 Ein Rippengefäß kommt in Vörs: Sági, К., Arch.Ért. 87(1960) 58., Taf. XXI. 1., sowie in Várpalota vor: Bóna, I., Acta Arch.Hung. 7(1956) 187., 201., Taf. XLI. 1.; Schmidt, В., Die Langobarden während des römischen Kaiserzeit und langobardisch-thüringische Beziehungen im 5/6. Jh. In: La civiltà dei longobardi in Europa. (Roma 1974) 82—84. Ebenda weitere Gegenstände thüringischen Ursprunges sind: eine thüringische Fibel in Várpalota in Grab 13, thüringische Keramik aus Várpalota Grab 35, Szentendre. Werner, J., Die Langobarden in Pannonién. (München 1962) 45., Taf. XV. 1. und weitere Parallelen: Budapest —Szépvölgyi út, Dör, Rácalmás. 3 8 Schmidt, В., Die späte Völkerwanderungszeit (1961) 176.; Behm-Blancke, G., a.a.O. 61. 3 9 Ebd. 44., 46—47., 51. 41 1 Schmidt, L., Geschichte der deutschen Stämme bis zum Ausgang der Völkerwanderung. Die Westgermanen. (München 1940/1970) 323.; Schmidt, В., Die späte Völkerwanderungszeit (1961) 175. 4 1 Ebd. 161. 6*