Folia archeologica 35.
Korek József: Késő császárkori kút Kisvarsányról
74 ATTILA KISS Die Einreihung der Eisenfibel des Grabes von Macvanska Mitrovica zu den Ostgoten oder den Gepiden ist der der Bronzefibeln mit Punkt-Kreisverzierung ähnlich: sie ist weder für das pannonische, noch für das italische Fundmaterial der Ostgoten charakteristisch, hingegen gilt sie im gepidischen Fundmaterial sowohl an der Theiß, als auch in Siebenbürgen für einen typischen Fund. 43 Aus dem Gesagten folgend, müssen wir das Grab von Macvanska Mitrovica, also den Zeitpunkt der Bestattung nach 473 auf die gepidische Zeit von Syrmien datieren und den Bestatteten für einen Gepiden halten. S. Ercegovic hat das Grab von Macvanska Mitrovica auf die erste Hälfte des 6. Jhs datiert, 4 4 trotz dessen, daß dasselbe Grab früher — noch 1969 — von ihr auf das 5. Jh gesetzt wurde. 4 5 Betrachtet man die Frage objektiv, so kann es ganz bestimmt behauptet werden, daß sich das Grab post quem 473 datieren läßt. Auf Grund des makrokephalen Schädels der im Grabe liegenden Frau kann nur als wahrscheinlich betrachtet werden, daß der Bestattung vor der Aussiedlung der Gepiden im Jahre 523 — gerade in der Nachbarschaft der Hauptstadt — eine größere Wahrscheinlichkeit zufällt, als der gepidischen Periode des Gebietes nach 536. Auf Grund der historischen Daten und der annäherden Datierung der Funde scheint es, daß wir sowohl die in Grab 149 von Macvanska Mitrovica, als auch die in Grab 121 von Noslac (Marosnagylak) liegenden Frauen für gepidisch halten können. Da die Formvorläufer der Schnallen und ihre nahen Vorgänger (z. B. Kosice (Kassa) — Magnetitgrube) in den vor 454 von Gepiden bzw. in den benachbarten, von einem uns unbekannten (?) germanischen Volk bewohnten Gebieten vorgefunden werden können, scheint es, daß die Ansiedlung der an der NO-Seite der sarmatischen Schanze gelebten Gepiden in Siebenbürgen nach der Hunnenzeit, sodann ihre Niederlassung nach 473 in Syrmien die historische Möglichkeit dazu gegeben hat, daß sie die irgendwann zur Mitte des 5. Jhs oder eventuell schon vor 454 gefertigten Schnallen nach 454 nach Siebenbürgen, nach 473 hingegen nach Syrmien mit sich nehmen und später durch den Tod ihrer Besitzer/Träger schon in den neuen Wohnstätten in die Erde kommen, oder das Produkt der zwischen 454—473 in Siebenbürgen oder an der Theiß in Gepidien tätigen Goldschmiede nach 473 durch die Einwanderung oder auf einfachem Handelswege zum Besitzer in Syrmien gelangt ist. Beachtenswert ist, daß im Karpatenbecken die im Vergleich zu dem erörterten Schnallentyp komplizierteren, großen Schnallen mit oder ohne Maske sich zwischen den Germanen des 4 3 bóna, I., Acta Arch.Hung. 31(1979) 27—28. 4 4 Ercegovic-Pavlovic, .f., Sirmium XII. 39—40., 63.; Dies., Sirmium IV. 23.; Dieselbe Datierung akzeptiert auch Z. Vinski (Ercegovié-Pavlovic, S., Sirmium XII. (Rez.) Starohr. prosv. 12(1982) 225.), der die Datierung des Grabes, d. h. den Zeitpunkt der Bestattung auf Grund einer Eisenfibel mit umgeschlagenem Fuß von sehr geringem datierendem Wert — mit historischen Daten ergänzt — nach 535/536 setzt. Mit der doppelten Chronologie können zwar beträchtliche chronologische Unterschiede überbrückt werden [vgl. die Erzeugung der Silberschnalle in der zweiten Hälfte des 5. Jhs ( Vinski , Z., ebd.] bzw. die mit historischen Daten erklärte (hypothetisch nach 535/536 datierte) Bestattung der Gepidenfrau mit Eisenfibel, jedoch wird im gegebenen Fall die Überbrückung des aus der ,, Datierimg " der Eisenfibel folgenden, etwa 40—50 oder noch mehr Jahre ausmachenden Unterschiedes von der Eisenfibel nicht begründet ! 4 5 Pavlovic, S., Zidine, Macvanska Mitrovica — kompleks nekropola. Arh.Pregled 11(1969) 198.