Folia archeologica 35.

Korek József: Késő császárkori kút Kisvarsányról

72 ATTILA KISS Funde 3 6 eindeutig an die Gepiden knüpfen, selbst dann, falls der Ausgräber des Gräberfeldes M. Rusu in seinem Vorbericht eine entgegengesetzte Meinung zu dieser Feststellung geäußert hat. 3 7 c) Macvanska Mitrovica — gegenüber von Sirmium — liegt ar r> rechten Ufer der Save. Der Fundort dürfte auch im 6. Jh. so sehr das Suburbium von Sirmium — und sein rechtseitiger Brückenkopf gewesen sein, daß wir uns kaum irren können, wenn wir annehmen, daß er sich auch geschichtlich an Syrmien geknüpft hat. In Syrmien wohnten neben der Mehrheit der antiken Bevölkerung zwischen 456 und 473 die Ostgoten, das Gebiet wurde zwischen 473 und 504 Teil des gepidischen Königtums, zwischen 504 und 536 gelangte es hingegen unter die Oberhoheit des italischen Königtums der Ostgoten. Im Gebiet haben aber trotz alldiesem die Gepiden weiter gelebt: dies beweist die Angabe über ihre Aussiedlung nach Gallien im Jahre 523. Das Gebiet wurde zwischen 536 und 567 wiederum gepidisch. 3 8 Die ostgotische oder gepidische Bestimmung der in das Grab von Macvanska Mitrovica begrabenen Frau, d. h. den Zeitpunkt der Bestattung vor oder nach 473 könnte man auf Grund der Schnalle des Grabfundes und seiner bereits erwähnten Perlen verhältnismäßig schwer bestimmen. In dieser Frage geben vielmehr die Fibeln des Grabfundes einen Aufschluß. Das auf spätantike Verzie­rung zurückführbare Punkt-Kreisdekor der Fibel des Grabes mit viereckigem Kopf 3 9 ist an den Fibeln der Gräberfelder der Theißgegend und der siebenbürgi­schen Gepiden oft anzutreffen, 4 0 kommt hingegen weder im vorausgesetzten ostgotischen Fundmaterial in Pannonién, 4 1 noch in Italien 4 2 vor. ™ R/isii, Af., The prefeudal cemetery of Noçlac (VIth —Vllth centuries). Dacia 6(1962) 269—292, ferner die an der Ausstellung des Museums von Cluj —Napoca (Kolozsvár) vorge­führten Funde. 3 7 Ebd. 291. 3 8 Pohl, W., Die Gepiden und die Gentes an der mittleren Donau nach dem Zerfall des Attilareiches. In: Die Völker an der mittleren und unteren Donau im fünften und sechsten Jahrhundert. ÖAW Denkschr. 145. (Wien 1980) 288—301. 3 9 Der von H. Kiibn geschaffene Fibeltyp von Szentes—Berekhát: Die germanischen Bügel­fibeln der Völkerwanderungszeit in Süddeutschland. (Graz 1974) 1275—1278., wurde mit der Fibel des Grabes von Macvanska Mitrovica zu einem „Typ", da diese Fibel die einzige Analogie der Fibel von Szentes—Berekhát ist. Die von H. Kiibn hierhergereihte Mainzer Fibel hat nämlich (ebd. Taf. 333—100,1) nichts gemeinsames mit dem Fibelpaar von Szentes. Gerade die Fibcl­zusammenstellungen von H. Kiibn (Die germanischen Bügelfibeln der Völkerwanderungszeit. I. (Bonn 1940), II. (Graz 1974), III. (Graz 1980) haben am besten gezeigt, daß diese Fibeln blutwenig mit den westeuropäischen Fibeln zu tun haben. Eine dem Fußende dieser Fibeln ähnliche Auffassung taucht nur an der Silberfibel von Magyartés auf ( Csallány , D., a.a.O. 41., Taf. 109, 11). Die Fibeln von Szentes—Berekhát und Macvanska Mitrovica lassen sich zu den örtlichen, gepidischen Erzeugnissen reihen. 4 0 Z. B. CSANÁD—BÖKÉNY, Grab F: Csallány, D., a.a.O. Taf. 159,13.; HÓDMEZŐ­VÁSÁRHELY—GORZSA: Ebd. Taf. 233,6.; MOREÇTI/M ALOMFALVA, Grab 42: Horedt , K., Moreçti. Grabungen in einer vor- und frühgeschichtlichen Siedlung in Siebenbür­gen. (Bucureçti 1979) Abb. 81, 1, 3.; SZENTES—BEREKHÁT, Grab 36: Csallány , D., a.a.O. Taf. 73, 10.; Grab 61: ebd. Taf. 68, 7.; SZŐREG, Grab 16: ebd. Taf. 165, 2.; Grab 29: ebd. Taf. 175, 5 = 260, 6. 4 1 Kiss, A., Acta Arch.Hung. 31(1979) 329—339. 4 2 Bierbrauer, V., Die ostgotischen . . . a.a.O.

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