Folia archeologica 35.

Garam Éva : Későavar kori aranytárgyak a Magyar Nemzeti Múzeum Népvándorláskori Gyűjteményében

126 ALÁN KRALOVÁNSZKY Sowohl die im Kaukasus als auch die in Ost-Mitteleuropa befindlichen Kirchen kommen in Königsresidenzien bzw. sonstigen Hauptsitzen vor. Wir meinen jedoch, daß der Forschung heute noch wenig Angaben zur Verfügung stehen, um die im Zusammenhang mit diesem Kirchentyp aufgetauch­ten sämtlichen Fragen eine beruhigende Antwort geben zu können, denn wir kennen heute noch keine Begründung, die entweder die Möglichkeit eines kaukasischen oder die süd- oder west- bzw. ostmitteleuropäischen Ursprung eindeutig ausschließen würde. Im 10. Jh. ist das christliche Europa noch ein­heitlich, die Furcht vor dem „nahen Weltuntergang" — 1000 — die wirtschaft­lich-gesellschaftlichen und die politischen Interessen hielten in erster Linie die Verbreitung des Christentums für wichtig, so konnte sich weder die Ideologie, noch der diese Ideologie repräsentierende Baustil so stark differenzieren. Für das Weiterleben des von uns untersuchten Gebäudestils ist die in jüngster Vergangenheit in westlich von Prag gelegenen Sázava erschlossene und mit der vierapsidalen Kirche von Fehérvár übereinstimmende Kirche von Großer Wichtigkeit. (Abb. 17). Laut K. Reichertová, 5 1 die die Arbeiten leitete, wurde die 1070 eingeweihte Kirche zum Heiligen Kreuz aufgrund eines ungarischen Vor­bildes gebaut; die in Sázava lebenden slawischen Mönche wurden nämlich 1055 vertrieben, als dort deutschstämmige Mönche angesiedelt wurden, und sie zogen nach Ungarn. Von hier kehrten sie 1061 infolge der veränderten politischen Situation nach Sázava zurück. Die neue Kirche von slawisch-byzantinischem Ritus lebte der Form nach weiter, die sich an Reporyje bei Prag befindliche Kirche aus dem 12. Jh. wurde nämlich aufgrund der Forschungsergebnisse von J. Sokol nach dem Muster von Sázava erbaut 3 2 (Abb. 15: 3). 5 1 Reichertová, К., Stavební pocátky byvalého slovanského klástera na Sázavé. — Die Anfänge der Bautätigkeit im ehemaligen slawischen Kloster in Sázava (Sasau). Umeni. Casopis Ustavu Teorie a Déjin Umëni CSAV 26(1978) 134—153. 5 2 Sokol J. Nález centrální stavby na Sázavé. Umëni. Casopis Ústavu Teorie a Dèjin Uméni CSAV 26(1978) 153—154. Diese Studie wurde am 4. Nov. 1980 anläßlich der byzantinologischen Konferenz von Szeged vorgetragen.

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