Folia archeologica 34.

Lovag Zsuzsa: Limogesi mintára készült magyarországi körmeneti keresztek

PROZESSIONSKREUZE NACH LIMOGES-VOR В I LDERN IN UNGARN Die neu aufgebauten Kirchen haben nach den Verwüstungen des Mongolen­sturmes (1241) ihre verlorengegangenen Requisiten zum größten Teil mit den Produkten der damals blühenden Emailkunst von Limoges ersetzt. Die For­schung hat schon früher nachgewiesen, daß in Ungarn im Verhältnis zu den übrigen Ländern Europas —außer Frankreich — wesentlich mehr solche Gegen­stände aus Limoges zum Vorschein gekommen sind. Die in weitem Kreis gekauften bzw. benutzten Importgegenstände aus Limoges dienten für die einheimischen Goldschmiede als Vorlage und schon in der zweiten Hälfte des 13. Jhs begann man sie nachzuahmen. Bisher sind uns fünf komplette Prozeissonskreuze und zahlreiche, ohne Kreuz erhalten gebliebene Corpusse bekannt. Unter den Kreuzen befindet sich ein auf Holzkern appliziertes, mit Kupferblech bedecktes Exemplar mit tafelförmigen Enden. Die übrigen vier wurden aus Blech ausgeschnitten und mit gekerbter oder gepunzter Flecht­bandornamentik versehen. An drei Kreuzen sind die auf die Balkenenden auf­genägelten — in Limoges sehr häufigen — Nebenfiguren erhalten geblieben, an zwei Kreuzen finden wir nur ihre Stelle vor. Ihre Corpusse sind aus Blech auf­getriebene, gekerbte oder gepunzte, in jedem Fall ohne Emailverzierung her­gestellte Figuren, die in frontaler Haltung den gekrönten Christus darstellen. Die Formanalogien der mit Flechtbandornamentik verzierten, aus Blech aus­geschnittenen Kreuze finden wir an einer vor dem Mongolensturm gefertigten Kreuzgruppe vor, die den mit den meisten Stücken repräsentierten Typ unserer aus dem 12. Ih. stammenden Prozessionskreuze darstellt. 1 Die Abhandlung zeigt im weiteren einige solche, ohne Kreuz zum Vor­schein gekommene Corpusse, auf welchen der Einfluß der aus Limoges stammen­den Importgegenstände erkannt werden kann, jedoch wurden ihre Formlösungen vor allem aus einheimischen Traditionen geschöpft (Abb. 2 — 5). In erster Reihe zeigt ihre Technik — mit einer aus Blech gehämmerten, gekerbten und gepunzten inneren Zeichnung — und die dreifach gegliederte Krone die Wirkung der Importgegenstände, ihre Körperformen, Körperhaltung und die Zeichnung des Brustkorbes ist mit den aus dem 12. Jh. erwähnten ungarländischen Corpusse •verwandt. Die verschiedenen Christus-Figuren nähern sich an verschiedenen Ent­wicklungsstufen dem Stil der Importgegenstände an. Die am nächsten stehenden Stücke publizierte schon Éva Kovács in ihren Arbeiten über die Kreuze aus Limoges. 1^ 3,7-1 0 Von den hier vorgeführten zeigt die geringste Verbindung zu diesen der noch den Traditionen der vorangehenden Periode folgende, ohne Krone dargestellte, gegossene, kleine Corpus von Kőbánya (Abb. 5 — 6). Auf diesem beweist allein die Gravurzeichnung des Brustkorbes, daß der Hersteller die Christus-Darstellungen von Limoges gekannt hat. 12 Folia Archaeologica XXXIV. 1983

Next

/
Oldalképek
Tartalom