Folia archeologica 32.
Ferenc Fülep-Alice Sz. Burger: Későrómai éremlelet Pécsről
192 uns geblieben. 1 Der Teil der Sammlung aus dem Jahre 1914 landete nach einem wechselreichen Schicksal im Ungarischen Nationalmuseum. 2 Von der Sammlung Tussla betonte 1914 Péter Gerecze, daß die Sammeltätigkeit der Familie sich nur auf das Gebiet von Ó-Szőny, Brigetio, und innerhalb dieses Geländes bloß auf das Gut der Familie Tussla beschränkte. Nach László Barkóczi lag der Besitz der Tussla im Gebiet des Castrums von Brigetio und im Bereich der südlich und östlich davon gelegenen Militärstadt. 3 Ähnliches schrieb über die Lage des Gutes auch bereits József Lenhossék. 1 Eine andere Gruppe der Funde ist beim Bau der auch das Gebiet des Militärlagers von Brigetio durchquerenden zwischen 1881 und 1884 erbauten Bahnlinie zwischen Új-Szőny (Komárom) und Budapest zum Vorschein gekommen. 5 Die Funde wurden durch den internationalen Kunsthandel zerstreut und wahrscheinlich geriet nur ein Teil der Gegenstände mit Benennung des Fundortes in die Museen von Budapest, London und Wien. Die völkerwanderungszeitlichen Funde von Brigetio können mehr oder weniger in drei chronologische Schichten geteilt werden: a) die älteste Schicht wird von den Funden des 5. Jhs: Blechfibeln, eingeglättetem kleinen Topf, Ohrringen mit Polyedervershluß, Nomadenspiegeln, Goldschnallen, zweizeiligen Kämmen, einem Grab mit makrokephalem Schädel (Katalog Nr. 1—7.) repräsentiert; b) die mittlere Gruppe bilden die Funde des ersten Viertels des 6. Jhs.: Solidus des Anastasius, Vogelfibel, Bügelfibeln (Katalog Nr. 8—11.); c) die langobardenzeitliche (525—568) Schicht wird von einigen charakteristischen Funden bezeichnet: Bügelfibel, Scheibenfibel, Zierschlüssel aus Bronze, Spinnwirtelfragmente aus Glas, Kristallkugel, Justinianus-Münzen (Katalog Nr. 12—17.). Die frühvölkerwanderungszeitlichen Funde von Brigetio sind ohne Fundumstände und -zusammenhänge. Auf Grund ihrer Zusammensetzung und ihres Charakters sind sie wahrscheinlich alle Grabfunde. Dieses Fundmaterial ist wegen der Fundumstände und der geringen Zahl nicht geeignet, um daraus selbst nur skizzenhaft die frühvölkerwanderungszeitliche Geschichte des Raumes von Brigetio umreißen zu können. Hingegen bieten sie schon genügend Informationen zur Feststellung der aus anderen Quellen verifizierbaren ethnischen Ereignisse des Karpatenbeckens und innerhalb dieses Gebietes von Nordpannonien. Diese sind: 1 MNM (Ungarisches Nationalmuseum) Dokumentationsabt. IX. 124. 1969. 2 Der als Teil der einstigen Sammlung Tussla in der Völkerwanderungszeitlichen Sammlung des MNM unter Inv.-Nr. 63.7.4. registrierte Bronzefund ist die Riemenzunge eines Auxiliarsoldates [vgl. Ottenstein, /., Zur Ausrüstung römischer Auxiliareinheiten. BRGK 57(1976) 249—250], weshalb ich dieses Stück in den Katalog der völkerwanderungszeitlichen Funde nicht aufgenommen habe. 3 Bonis, É., FA 21(1970) 71. 4 Lenhossék, J., A Szeged-öthalmi ásatásokról, egy Ó-Szőnyön kiásott mesterségesen eltorzított makrocephal koponyáról. (Székesfehérvár 1882) 135—136.; Ders., Die Ausgrabungen zu Szeged-Öthalom in Ungarn. (Budapest 1884) 197—198. 5 Die Bahnlinie wurde am 16. August 1884 dem Verkehr übergeben: Pallas-Lexikon XII., statistische Tabelle zwischen S. 108—109.