Folia archeologica 32.

Tibor Kemenczei: Az alsóberecki későbronzkori urnatemető

132 É. В. BÓNIS dem erwähnten Aquincumer Sarkophag beweisen, daß die Grabbeigabe des Klappstuhles nicht in jedem Falle unbedingt mit dem Wagengrab in Zusammen­hang stehen muß. Es kann keinesfalls vorgestellt werden, daß man auf den Wagen auf diesen labilen Klappstühlen gesessen hätte. Nicht dies war der Totenstuhl, 138 sondern — wie Sági bereits ausgelegt hat — der Lehnstuhl, die „cathedra". 139 Nuber lehnt die alte Meinung ab, wonach der Klappstuhl die Bestattung einer zum Magistrat gehörenden Person beweisen würde. 14 0 Sein ernster Einwand, wonach mit Klappstühlen auch Frauen bestattet w Turden, ist wahrscheinlich nachdenklich. Leider stammen die pannonischen Wagengräber nicht aus authen­tischen Ausgrabungen und auch über das Geschlecht der in dem hier ange­führten Wagen von Somodor bestatteten Person wissen wir nichts. Nur schwerlich könnten wir auf die Annahme dessen verzichten, wonach die sella castrenis nur einer Person von gewissem Rang oder Amt zusteht. Der zusammenklappbare und oft verzierte Stuhl bedeutete auch bei ägyptischen und griechischen Vorläufern meist eine Autorität 14 1 und die silberinkrustierte, mit Tierköpfen und Füssen hergestellte Form war in der Frühgeschichte und auch im Laufe des Mittelalters stets Sitzgelegenheit oder Thronstuhl von hervorragenden Personen. 14 2 Abesehen von den Darstellungen, 14 3 hat selbst die Tatsche des Sitzens die Person (oder den Beamten) aus dem Kreise des gemeinen Volkes hervorgeho­ben. 14 4 Die Verzierungen des im Wagen wahrscheinlich zusammengeklappt beför­derten Klappstuhles tauchen zeitweise auch in der Kaiserzeit auf. An der Stelle der Bronzeknöpfe sind auf dem bei Nevrokop gefundenen Stuhl kleine Löwen­köpfe, 14 5 eine vergoldete Bronzestuhlstange aus Avenche zeigt einen Löwen­kopf, 14 6 und auf kleinen menschlichen Füssen steht der mit Zierknopf hergestellte Klappstuhl von Bartlow-Hill. 14 7 Die rangbezeichnende Bedeutung des Klapp­stuhles wird durch die Anbringung des Wagens von Frenz unterstrichen. Dieser Fund war die Beigabe eines solchen großen Grabbaues, der einem gewöhlichen Menschen nicht gebührte. Ich glaube nicht, daß wir uns irren, wenn in den Sand­138 Paulovics, /., Magyar Nemzeti Múzeum, a római kori gyűjtemény. Vezető. (Budapest 1938) 62. 13 9 Sági, K„ Arch. Ért. 1944—45. 220. 14 0 Nuber, H. U., a.a.O. 171—172. 14 1 Feulner, A., Kunstgeschichte des Mübels. (Berlin 1927) 16—17. 14 2 Wilson, D., M., An inlaid iron folding stool in the British Museum. Medieval Arch. 1(1957) 39—56. Auf die Tätigkeit von D. M. Wilson haben István Bona und Attila Kiss meine Aufmerksamkeit gelenkt. 14 3 Nuber, H. U., a.a.O. Anm. 1031.; Schramm, P. E., Herrschaftszeichen und Staatssym­bolik. I. (Stuttgart 1954) 332. 14 4 Chapot, V., Sella. In: Daremberg, Ch. —Saglio, E. M., Dictionnaire des antiquités grecques et romaines. IV, 2. (Paris 1909) 1179—1Í 81.; Alföldi, A., Die Ausgestaltung des monarchischen Zeremoniels am römischen Kaiserhofe. RM 49(1934) 42—.; Ders., Der frührö­mische Reiteradel und seine Ehrenabzeichen. Dt. Beitr. z. Altertumswiss. 2(1952) 84—85.; Schramm, P. E., a.a.O. 319.; Stommel, E., Bischofsstuhl und Hoher Thron. JbAC 1(1958) 52—78. 14 5 Welkoiv, I., Découvertes archéologiques en Bulgarie pendant 1931—193?. IAI 7(1932— 33) 418., Fig. 177. 14 6 Leibundgut, A., a.a.O. 119., Taf. 61. 14 7 Gagé, ]., a.a.O. 300—., Pl. XXXII. Fig. 2.

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