Folia archeologica 31.
József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1978
284 J. KOREK geradlinig geschlossenen Chor endete, von W an der S-Seite der Kirche ein Treppenturm angebaut. Der Archäologe hat den W-Teil des sich an dieser Seite befindenden Gebäudes freigelegt. Auch die Erschließung des sich vor dem Gebäude befindenden Wirtschaftshofes wurde begonnen. Bei der W-Wand der Kirche kam ein Teil eines Wohnhauses mit Backofen aus dem 10. Jh. zum Vorschein, von der Kirchenwand durchschnitten. An derselben Seite waren Reste eines gleichzeitigen Heckenzauns zu beobachten. In Kirchenschiff wurden die 3 m breite Grundierung der die Empore stütztenden Pfeiler und Spuren eines Chorgeländers aufgefunden. An der Im hoch bestehenden Südwand zwischen dem Tor und der SW-Ecke war das Innere der Kirche in einer Länge von 7 m mit Fresken aus dem 11. Jh. geschmückt. In der am besten erhaltenen Freskoverzierung, die wir aus dem ungarischen Mittelalter kennen, dominierte eine stilisierte Tierornamentik, vor allem Vögel, Fische, Lämmer; es ist zweifellos, daß sie individuelle Erscheinungen der christlichen Symbolik sind. Die Bemalung des Postaments, die sich auch an der W-Seite 2 m lang fortsetzt, blieb besonders gut erhalten. An den Wänden sind die Fresken bis in einer Höhe von 100— 120 cm zu sehen und aus der Menge der abgefallenen Freskenbruchstücken werden auch die Motive an den Oberteilen teilweise rekonstruierbar sein. Die Landesstelle für Denkmalschutz hat die Konservierung der einzigartigen Fresken, bzw. die Vorbereitung ihrer Ausstellung angefangen. Aus dem Gräberfeld um die Kirche kamen die von 179 bis 209 numerierten Gräber zum Vorschein. Über einem Grab fanden wir eine 2,30 cm lange, entzwei geschnittene Kalksteinsäule, die als Grabstein diente. Die Nägel, Spangen und Beschläge im Grab weisen auf einen Holzsarg. Aus den freigelegten Gräbern kamen mehrere Beilagen zum Vorschein, so ein Denar des Königs László (Ladislaus) I, zwei Goldringe mit geöffneten Enden, ein aus Golddraht verfertigter Ring, 2 goldene Schläfenringen und 6 rhombische Pfeilspitzen. Feldebrö : 100 Jahre sind verflossen, seit I. Henszlmann die Erforschung der Kirche zu Feldebrö angefangen hatte. Ihr Zustand, die aus kunsthistorischen Fachartikeln bekannt ist, zeigt die Vorführung von Lux im Jahre 1936. Die 1964 von /. Méri angefangenen, dann 1970 von J. Kovalovszki weitergeführten 8 Ausgrabungen haben die Baugeschichte der Kirche und ihre künstlerische Zugehörigkeit beinahe vollständig umgeschrieben. Die Arbeit des Jahres 1978 klärte definitiv auf, daß die Grabkammer und die Unterkirche gleichzeitig sind, weiters daß das quadratische Objekt mit kreuzförmigem Schiff auch zur gleichen Zeit gebaut wurde. Die Freilegung klärte auch die ursprünglichen Einzelheiten der zwei Abstiege der Unterkirche. J. Kovalovszki eröffnete an der N-Seite die zur späteren Umgestaltung gehörenden Grundreste. Im in Barockstil gehaltenen Chor wurde die Apside der ersten Kirche freigelegt. In Flecken war auch der Terrazzoboden erhalten geblieben. Die Freilegung der Gräber um die Kirche wurde auch fortgesetzt, es kamen die Gräber Nr. 262-323, bzw. in der Kirche die Gräber Nr.' 324-555 ans Tageslicht, die letzteren sind aber schon aus den 16—17. Jh. 1979 schließt sich die der Rekonstruktion der Kunstdenkmäler von Feldebrö vorausgehende, weitläufige, jedoch wesentlich durchaus Neues gebende methodische Arbeit. Man kann schon jetzt feststellen, daß Feldebrö eine