Folia archeologica 30.

József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1977

FOLIA ARCHAEOLO CÍICA XXX. 1979 BUDAPEST DIE AUSGRABUNGSTÄTIGKET DES UNGARISCHEN NATIONAL M US EU M S IM JAHRE 1977 József К О RE К A. Kubinyi, der zweite Direktor des 1802 gegründeten Ungarischen Natio­nalmuseums war derjenige, der auf den Fußtapfen seines für die archäologischen Funde aufgeschlossenen Vaters als Hauptziel die Bereicherung des archäologi­schen Materials durch Ausgrabungen betrachtete. Sein 1843 einsetzendes Direk­torat bedeutet den Beginn der archäologischen Ausgrabungen in Ungarn. Die ersten hervorragenden Ausgräber waren J. Erdy Luczenbacher und der unermüd­liche Förderer der Arbeiten F. Römer. Die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse der Ausgrabungstätigkeiten wurden durch F. Pulszky und J. Hampel bearbeitet und vorgelegt. Durch die Tätigkeit dieser namhaften Gelehrten wurde die regel­rechte archäologische Forschungsarbeit in Gang gesetzt und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in Ungarn auf die unterirdischen historischen Quellen gelenkt. Das ungarländische Fundmaterial wurde durch ihre Tätigkeit der internationalen archäologischen Fachliteratur angeschlossen. Die zentrale geographische Lage unseres Landes in Mitteleuropa, der Reichtum seines Fundmaterials ist in den Vordergrund des europäischen archäologischen Interesses gerückt. Das Ungarische Nationalmuseum wünschte im 175. Jahr seiner Gründung nicht durch irgendwelche große Ausgrabungen das Jubiläum zu feiern. Es möchte vielmehr das in 175 Jahren durch die Forschungsarbeit zahlreicher namhafter Forscher angehäufte, mächtige Material im Rahmen einer solchen Ausstellung vorführen, die dem an Funden so reichen Lande und den Vorfahren würdig ist. Die archäologische Ausstellung: „Die Geschichte der Völker Ungarns vom Paläo­lithikum bis zur Landnahmezeit" hat vielleicht unsere Zielsetzungen auch ver­wirklicht. Neben dieser Hauptaufgabe haben unsere bedeutendsten Funde auch in der die Geschichte des Museums vorführenden Jubiläumsausstellung einen Platz bekommen. Die an der ersten Weltausstellung zu London im Jahre 1851 bewun­derten späthallstattzeitlichen Speichenräder des Bronzewagens von Árokszállás und der größte Münzfund der letzten dreißig Jahre, der aus 1500 Stücken beste­hende, 7 kg schwere byzantinische Goldsolidusfund von Hódmezővásárhely­Szikáncs wurden gleichfalls zur Schau gestellt. Auf dem Grabungsgelände trachteten wir den entsprechenden Teil unseres 5. Fünfjahrplanes zu erfüllen, den wir wegen unserer durch das Jubiläumsjahr

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