Folia archeologica 30.
János Eisler: A Magyar Nemzeti Múzeum csontnyergeinek kérdéseihez. II.
232 J. EISLF.R „Hl. Georg zu Fuß", „Der Kampf des berittenen Hl. Georgs mit dem Drachen", der Kampf des Wildmannes bzw. der Soldaten mit dem Drachen oder den Ungeheuern, die Minneszenen, die auf den Jungsfernstand verweisende Einhörner, die jagenden Gestalten, die Unterbringung und Kompositionsanordnung der galanten Gesellschaft von Rittern und Hofdamen auf den verschiedenen Sätteln ist in den folgenden Fällen gleich oder ähnlich: 1. Die an der Vorderseite des Sattels, unter dem Giebelknopf knieende, betende Königstochter oder sitzende Hofdame ist auf dem Jankovich-Sattel (UngNatMus 55.3119), auf den Braunschweiger und Bostoner Exemplaren, ferner auf dem Stück der Londoner Wallace Collection zu sehen. 2. Der Hl. Georg in stehender Lage, zu Fuß mit dem Drachen kämpfend kommt auf den folgenden Sätteln vor: Rhédey-Sattel (UngNatMus 55.3118), London, Wallace Collection, Boston und New York (Metropolitan 40. 66), auf dem Vordersteg des einen Sattels. 3. Den Kampf des berittenen Hl. Georgs mit dem Drachen, vorne auf dem Vordersteg des Sattels zeigen: der Jankovich-Sattel (UngNatMus), die Sättel von Metropolitan Museum of Art (64.3.250), und Berlin (Museum für Deutsche Geschichte) auf diesem letzteren Sattel zeigt sich die Abweichung im Vergleich zum Budapester Jankovich-Sattel darin, daß das Pferd und der Reiter sich der Sattelmitte zuwenden und der Reiter in der Hand eine Lanze hochhebt. Auf dem anderen Stück von New York (Metropolitan Museum of Art 04.3.250) ist der Hl. Georg als Reiter auf der einen Hinterzwiesel zu sehen. 4. Kampf des Wildmannes mit einem Löwen bzw. Drachen. Eine Übereinstimmung nur im Vorkommen des Motivs auf dem Jankovich-Sattel (oberhalb der zum Durchschnüren des Riemens dienenden Öffnung) New York (Met. 40.66). 5. Das Erscheinen des Einhornes - auf dem Vordersteg des Jankovich-Sattels unten, auf dem Exemplar von New York (04.3.250), in der Mitte des Sattels. 6. Anbringung von Liebespaaren oder Hofdamen: auf dem Jankovich-Sattel (linke Hinterzwiesel, eine auf der Erde sitzende Dame - auf dem Exemplar von London: Wallace Collection, an der rechten Hinterzwiesel eine gleichfalls auf der Erde mit aufgezogenen Knien und ausgebreitetem Gewand sitzende Hofdame. 7. Übereinstimmung einzelner Teilmotive: auf dem Vordersteg des Sattels eine nach unten zu zeigende, zuweilen Handschriftrolle haltende Hand: auf den Sätteln von Bologna (Museo Civicio) die Sättel von London (Wallace Collection) und Braunschweig (Herzog. A. Ulrich-Museum). 8. Den Sattel füllt zum größten Teil eine gedrehte Schlingenpflanzenornamentik; ohne oder nur selten angebrachte figürliche Darstellungen: Sättel von New York (Metr. 04.3.249) - der Sattel stammt aus Burg Tratzberg -, Berlin (Museum für deutsche Geschichte, das eine Stück) und der Sattel aus dem Tower of London. 9. Auf den Trennspangen der einzelnen Szenen an der Fläche der Sättel ein Schachbrettmotiv: so auf den Sätteln von New York (40.66) und des Braunschweiger Herzog Anton Ulrich-Museums (Boston, Museum of Fine Arts). Die Zusammenstellung über die Motivenübereinstimmungen und die Ähnlichkeit ihrer Anbringungsart deutet an, daß man die Stücke der heute bekannten Sattelgruppe nicht voneinander unabhängig hergestellt haben dürfte. Zwischen den Schnitzereien der einzelnen Sättel sind aber in der Ausarbeitung solche beträchtliche handwerkliche Unterschiede und Abweichungen wahrzunehmen, daß die einzelnen Stücke der Sattelgruppe vielmehr aufgrund der Motivenüberein-