Folia archeologica 30.

Endre Tóth: A Magyar Nemzeti Múzeum feliratos római arany- és ezüsttárgyai. Aranygyűrűk

180 E. TÓTH das Grab Christi, der darüber gebauten, zentralen Kirche folgend. 2 7 Die Darstel­lung gehört in das Symbolsystem des Themas fons vitae - Taufbrunnen - Heiliges Grab. 2 8 Das Wesentliche des Christentums: die Erlösung der Menschheit durch den Tod Christi, ferner dessen Folge, die Auferstehung und das ewige Leben werden durch diese Darstellung symbolisiert (vgl. Pau 1. Römer 4,24 ; 1. Corinther 15, 12-19). Gegen die aufgezählten Ringe läßt sich in vier Fällen aus Formgründen keine Einwendung erheben. Der Ring Nr. 20 kann aber kaum in den Zeitraum gesetzt werden, worauf sich die Inschrift bezieht. Es scheint, als hätte man die Inschrift utere felix nicht auf einen römischen Ring graviert. Die weiteren Beweise dafür, daß die Ringe viel früher als die an ihnen lesbare Inschrift angefertigt wurde, sind: 1. Es ist auffallend, daß aufgrund des Typs der Ringe, der gut datierbaren Unterschiede von Jahrhunderten zeigenden Formen, die Buchstabentypen der Inschriften fast leich sind und die charakteristischen, winzigen Buchstabenmaße, die Gravierungstechnik sowie die Anbringung der Inschrift miteinander überein­stimmen. 2 9 2. Im falle aller fünf Ringe befindet sich auf dem Ende der Inschrift und noch dazu am unteren Teil der Reihe ein Punkt, was bei authentischen römischen In­schriften unvorstellbar wäre. Noch unmöglicher ist, wenn wir auf die abweichende Datierung der Ringe denken. 3. Kein einziger Ring zeigt Abwetzungsspuren auf den Inschriften. Dies ist bei Ringen besonders unwahrscheinlich. Besonder dann, wenn der Reif des Ringes fallweise stark abgewetzt ist; auch dort, wo ein Buchstabe steht. Dies beweist klar, daß die Inschrift in den bereits abgewetzten Ring nachträglich eingraviert worden ist. Aufgrund des Gesagten unterliegtes keinem Zweifel, daß die Inschriften auf die Ringe nachträglich gefälscht wurden. Es ist zu bemerken, daß die Ringe Nr. 18, 19 und 21 schon von F. Römer als verdächtig betrachtet wurden, doch hat er seine diesbezügliche Meinung nicht begründet. Mit Ausnahme des Stückes Nr. 4 wurden aber die Inschriften auf echte antike Ringe graviert. Wann und unter welchen Umständen es zur Fälschung gekommen ist, darü­ber läßt sich nur wenig feststellen. Wie bekannt, hatte M. Jankovich ausgedehnte Beziehungen und arbeitete mit vielen Aufbringern und Vermittlern, die ihn mit Kunstgegenständen regelmäßig belieferten. Diese seine Verbindungen zum Er­werben alter Bücher und Bibliotheken erstreckten sich auch über die Landesgren­zen. Der berühmteste und zugleich auch berüchtigste Vermittler, von dem M. Jankovich gekauft hat, war der Antiquitätenhändler Literati Nemes Sámuel 2' Auch an dieser Stelle danke ich E. B. Thomas dafür, daß sie meine Aufmerksamkeit auf eine solche symbolische Bedeutung des Ringes gelenkt hat; die Symbolik des Ringes wird durch sie von einem anderen Aspekt ausführlicher interpretiert. Vgl.: Morey , C. R., The painted panel from the Sancta Sanctorum. Festschrift P. Clemen. (Düsseldorf 1926) 154. - Etbern, V. H., Das Relief der Gekreutzigten in der Mallebaudis-Memoria zu Poitiers. Jb. d. Berliner Museen 3(1961) 173. - Ders., Der eucharistische Kelch im frühen Mittelalter. Zt. d. dt. Vereins f. Kunstwiss. 17(1963) 159.­2 8 Vgl. die angeführten Abhandlungen und das Schrifttum von V. H. Elbern. 2" Während auf den originalen Inschriften die Gravierung ,,V"-förmig, ist, erscheint auf sämtlichen fälschungsverdächtigen Inschriften der Gravurboden eckig. Ferner wurde der Gra­vurboden nicht flachgeschliffen, sondern war von den Gravurnadeln grob gestochen.

Next

/
Oldalképek
Tartalom