Folia archeologica 29.
Sándor Soproni: A carnuntumi Heidentor
FOLIA ARCH ' EOLOGICA XXIX. 1978 BUDAPEST 125 DAS H EIDE NT OR VON CARNUNTUM Sándor SOPRONI Das in der Gemarkung von Petronell, in den Ackerfeldern einsam stehende ,,Heidentor" (Abb. 1) ist eines der charakteristischsten, auf uns gebliebenen römischen architektonischen Denkmäler von Carnuntum. Das die Zerstörungen und Stürme der Jahrhunderte überstandene Denkmal, das der mittelalterlichen Sage nach das Grab des rätselhaften Riesen Teuto und ein beliebter Platz der Schatzsucher war, ist auch heute noch ein Fragezeichen in der wissenschaftlichen Literatur: es konnte noch immer keine beruhigende Erklärung bezüglich der einstigen Funktion des Baues gefunden werden. 1 Im weiteren versuchen wir mit einer Bekanntgabe der sich auf das Heidentor beziehenden Daten in großen Zügen sowie durch Vergleich der historischen und archäologischen Angaben die Funktion des Baues zu bestimmen. Wir möchten hoffen, daß unsere Forschungen und Feststellungen das Problem des Heidentores zur beruhigenden Lösung bringen werden. Das Heidentor liegt vom Amphitheater der Zivilstadt von Carnuntum etwa 700 m südlich, in der Peripherie der Stadt. Die Gegend zwischen dem Amphitheater und dem Heidentor ist verhältnismäßig dicht bebaut, 2 jedoch ist auf Grund der Auswertung der Luftbildaufnahmen in der unmittelbaren Umgebung selbst in einem größeren Bereich keine Spur von Bauten wahrzunehmen. 3 Im Jahre 1955 konnte 25 m entfernt von der Ruine ein Gebäude erforscht werden. 4 Die allernächsten Gebäudereste zeigen sich vom Heidentor 200 m nach О und 300 m nach W .'' Die ,, porta pagana" dürfte demnach am Rande der Siedlung, an einer nur zerstreut bebautet Fläche gestanden haben. 0 Das Heidentor ist eigentlich ein aus vier, in Viereckform geordneten 4,6 X 4,6 m großen Pfeilern bestehender Bau, deren Pfeiler durch Kreuzgewölbe miteinander verbunden waren. Der Abstand der Pfeiler voneinander beträgt 1 Betreffs des Heidentors neulich: Swoboda, E., Carnuntum. 4 (Graz 1964) 171ff. mit Aufzählung der früheren Literatur (289. Anm. 26).; Stiglitz, H., Carnuntum. RE Suppl. XII. (Stuttgart 1970) 1587.; Vorbeck, Е.-Becke/, E., Carnuntum, Rom an der Donau. (Salzburg 1973) 31ff. ; Stiglitz, H.-Kandier, M.-jobst, W., Carnuntum. In: ANRW II, 6. (Berlin 1977) 615ff. 2 Swoboda,E., а. а. O. 84.; Vorbeck, E.-Beckel, L., а. а. O. 108 und Bild 74. 3 Ebd. 32 und 109. 1 Jüngling, H„ Teil eines römischen Gebäudes beim Heidentor. Cam. Jb. 1955. 29ff. 5 Vorbeck, E.-Beckel, L., а. а. O. 109. 0 Kubitscbek, W -Frankfurter , S., Führer durch Carnuntum. 0 (Wien 1923) 191.; Vorbeck, E.-Beckel, L., а. а. O. 32.; Stiglitz, H.-Kandier, M.-Jobst, W., а. а. O. 618.