Folia archeologica 29.
Éva B. Bónis: Rekonstrukciók a Szomor-somodorpusztai római kori temetkezési kocsi felszereléséből
110 É . В. BONIS fragment hat sich Radnóti ausführlich befaßt. 1 3 Er hält die in die Oberfläche der ganzen Kanne eingeritzte Verzierung für ungwöhnlich und betont den ägyptisierenden Charakter der auf dem Hals sichtbaren Blüten und langen Schilfblätter (Abb. 4 und 9: 1). Das Polsterkranzornament am Halsansatz leitet er von der griechischen Kunst ab, das auch weiterhin durch die Römer angewendet wird. Die aus dem an der Schulter der Kanne sichtbaren Tritonkopf (Abb. 6 und 9: 3) ausgehende Rankenverzierung ist uns schon von den kaiserzeitlichen Reliefs des 1. Jhs bekannt, auf dem Gefäß wurde die lockere Variation dieses Ornaments eingeritzt. Radnóti befaßt sich auch ausführlich mit dem gegossenen Henkel der Kanne. Die Protome ist ein beflügelter Sphinx, auf dessen Haupt sich ein halbkreisförmiger Diadem befindet und dessen Hals ein durch Einritzung angedeuteter Halsschmuck verziert. Auf dem Körper sind viele Brüste ausgeformt, die großen Flügel liegen bogenförmig auf dem Henkel auf, der ein kleines, sich zurückbiegendes Blatt trägt. Die auf dem Henkel verlaufende, eingeritzte Blattgirlande kommt in Pannonién häufig vor. Radnóti hat schon bei der ersten Systematisierung die gegossenen Henkel von solchem Typ und die zu ihnen gehörenden Blechkannen für örtliche, pannonische Erzeugnisse bestimmt. 1 4 In einer seiner späteren Arbeiten beweist er mit einem Fundortverzeichnis den pannonischen Charakter der mit Sphinxen bekrönten Kannenhenkel 1 5 und die örtliche Herstellung der Blechkannen, 1 6 insbesondere von der Mitte des 2. Jhs an. Er hält es für möglich, daß diese Blechkannen selbst noch zum Anfang des 3. Jhs gebraucht worden sind. 1 7 3. Griffffschale (sog. Patera) aus Bronze. Inv.- Nr.: 90.1889.5,6,9. Maße: L (mit Griff): 41,3 cm, Grifflänge: 14 cm, Schalendm: 27,3 cm, Rand: 2,3 cm, Urabodm: 7,4 cm. Dieser gegossene Griff ist schon in sich in der Fachliteratur seit langer Zeit bekannt. 1 8 Radnóti befaßt sich ausführlich mit diesem Exemplar 19 und erwähnt auch die Fragmente der Blechschale. Die Schale wird durch Gaul als selbständige Schüssel auch in Zeichnung mitgeteilt, 2 0 jedoch kommt der verzierte Umbo der Griffschale, den wir im Fundkomplex gleichfalls gefunden haben, nirgends vor. Die Rekonstruktion der Griffschale wurde ebenfalls von der Hauptrestauratorin K. Bruder durchgeführt, unter die fragmentarischen Bleche der Schale wurde die neue Schüssel vom Restaurator L. Szabó aufgetrieben. Die auf diese Weise zusammengesetzte Griffschale (Abb. 10-12) zeigt ein außergewöhnlich großes Exemplar, dessen Gleichgewicht schon in der Römerzeit 1 3 Ebd. 143. 1 4 Ebd. 144.; die Zeichnung der Kanne mit Annahme der Bestimmung von Radnóti bei Jean Ch. Baity, Une anse d'aiguière d'époque romaine à incrustations d'argent. Bull, des Musées Royaux d'art et d'histoire. Bruxelles. S. 4. 37(1965) S. 13, 57., Pl. XV. Die Angabe verdanke ich der Kollegin К. Szabó. 1 5 Radnóti, A., Eine Bronzekanne aus Augsburg. BVbl. 25(1960) 112., 120-, Fundorte von Henkeln mit Sphinxdarstellungen: Pompei ?, Thracia, Bulgaria, Dal), Cece-NagydorogiInsel, Dunapentele, Umgebung von Aquincum, Pusztasomodor, Környe. 1 0 Ebd. 119. 1 7 Ebd. 111.; Zu bemerken ist, daß wir die an einer Kanne angewandte laufende Rankenverzierung auf einem pannonischen Steindenkmal auch noch zum Ende des 2. Jhs antreffen: an der Bauinschrift vonCommodus: Erdélyi, G.-Fiilep, F., а. а. O. Kat. Nr. 299. Taf. LXXVIII. 1. 1 8 Hampel, ]., а. а. O. 55., 5 a, b, c. 1 9 Radnóti, A., Bronzegefäße ... 88. 2 0 Gaul, К., а. а. O. 201., Taf. IV. 1-2.