Folia archeologica 28.

Endre Tóth: Korabizánci lámpafüggesztő Brigetioból

150 E. TÓTH Der zylindrische, dem Ende zu sich erweiternde, an den Enden abgerundete Kreuztyp kommt auf Reliefs und Steindenkmälern nicht vor. Seine Analogien sind außer den oben erwähnten Bruskreuzen meistens im Falle der Kreuze der Gol­gotha-Darstellungen auf den Olampullen 1 1 des Heiligen Landes wahrzunehmen, obwohl and diesen die Enden des Kreuzes weniger abgerundet sind, als im Falle der Lampenhängeglieder. Die Form unseres Lampenhängegliedes steht den Kreuzdarstellungen der Ampullen des 6. Jahrhunderts näher als dem in dieser Epoche so häufig vorkommenden Kreuztyp, — das Ende der Arme des letzteren sind gerade abgeschnitten oder laufen am häufigsten konkav aus. Der die Arme des Kreuzes zusammenfassende scheibenförmige Teil kommt in Norditalien — übrigens bei Kreuzen anderen Typs - an Steindenkmälern am Ausgang des 6. Jahrhunderts vor. 1 2 In unserem Falle kann der scheibenförmige Mittelteil auch mit der großen runden Oberfläche des trichterförmigen Aufsatzes der Brustkreuze in Verbindung gebracht werden, jedoch ist er am wahrschein­lichsten als praktische Befestigung der sich dem Mittelteil zu verschmälernden Arme aufzufassen. Auf Grund all dieser datiere ich das Lampenhängeglied von Brigetio inner­halb der Zeitgrenzen zwischen der zweiten Hälfte des 5. und der Mitte des 6. Jahrhunderts bzw. innerhalb dieser eher auf die zweite Hälfte des Zeitabschnittes. Viel schwerer ist das Herstellungsgebiet des Stückes zu bestimmen. Es genügt festzustellen, daß der Typ zweifellos auf die Gebiete des oströmischen Reiches verweist. Man kann an ein Erzeugnis der Balkanhalbinsel denken, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß das Kreuz auf Grund balkanischer Vorlagen in Pannonién selbst angefertigt vorden ist. Bevor wir auf die historische Auswertung des Stücke übergehen würden, müssen wir darüber berichten, ob der Gegenstand die Funktion eines Lampen­hängegliedes in Brigetio oder außerhalb Pannoniens versehen hat? Praktisch genommen: ob es angenommen werden kann, daß der Gegenstand nicht für kirchliche Zwecke nach Pannonién gelangt, sondern z.B. von den auf der Balkan­halbinsel plündernden Awaren mitgebracht w-orden ist? Obwohl es nicht aus­geschlossen werden kann, daß das Stück nicht zwecks funktionellen Gebrauches nach Pannonién gekommen war, mußte die Vermutung, daß das Kreuz als awarische Beute mitgebracht wurde, erwähnt werden, da dies die in Pannonién ungewöhnliche Datierung und die Schlußfolgerungen nötig gemacht haben. 1. Es würde sich nicht lohnen den Gegenstand wegen seines geringen Rohmaterial­gehaltes zu rauben. Als awarisches Beutegut kann man den Gegenstand höchstens nur als Rohmaterial auffassen. 2. Was zumindest so wichtig ist: die Datierung steht im transdanubischen christlichen Denkmalmaterial dieser Epoche nicht allein, obwohl es zur Publikation oder Umwertung dieser Gegenstände erst in den letzteren Jahren gekommen ist. 1 1 Grabar , A., Ampoules de Terre Sainte (Monza-Bobbio). (Paris 1958) Pl. IX. Ampullennr. 3, 5, 6-8. 1 2 An ravennatischen Sarkophagen: Volenti Zucchini, G.-Bucci, M., a.a.O., nr. 51-55. Schrankenplatte aus der Basilika der Theodelinda in Monza: Bognetti, G. P., Sul tipo e il quando d-; civiltä dei Longobardi in Italia, secondo i dati dell'Archeologia e dclla storia dell'arte, Frühmittelalterliche Kunst in den Alpenländern. (Lausanne 1953) Fig. 12-13.

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