Folia archeologica 28.
Endre Tóth: Korabizánci lámpafüggesztő Brigetioból
148 E. TÓTH kürzeren herunter. In dieser Lage waren die Traghaken des Kreuzes in der Tat entsentsprechenderweise nach hinten gerichtet, was unsere Rekonstruktion unterstützt. Auf dem mittleren senkrechten Arm hing wahrscheinlich eine solche aufhängbare Messinglampe, wie das dem Alter nach nahestehende Exemplar von Kaszaháza (heute Teil von Zalaegerszeg, Kom. Zala) 6 deren mehrere ähnliche Stücke uns aus Pannonién bekannt sind. 7 Unser Lampenhängeglied stellt einen solchen Kreuztyp dar, den wir mit ziemlicher Genauigkeit und Sicherheit datieren können. Das Stück kann vor allem nicht unter die pannonischen und im allgemeinen zu den bronzenen Lampenhängegliedern des 4. Jahrhunderts gereiht werden 8 (Abb. 3-5). Diese letzteren sind breit und flach, in der Mehrheit der Fälle rundförmig komponiert und einmal mehr, ein anderes Mal wiederum weniger durchbrochene, verzierte Scheiben. Im ersten Augenblick scheint die Datierung zu komplizieren, daß uns ein mit unserem Exemplar übereinstimmendes oder ähnliches Lampenhängeglied bisher nicht bekannt ist. Die seltene Kreuzform knüpft sich aber gut an einen eigenartigen Brustkreuztyp, der von Dutzenden Exemplaren vertreten ist 9 (Abb. 6). Diese sind auf das 5.-6. Jahrhundert datierte, schmuckvoll aus geführte goldene Brustkreuze, deren Mitte bei der Kreuzung der Arme ein vorwärtsstehender, trichterförmiger Aufsatz schmückt. Die Länge der Kreuze liegt etwa um 10 cm. H. V. Elbern datierte die Brustkreuze auf das 5.-6. Jahrhundert und hielt die Stücke von wahrscheinlich syrischer Herkunft. 1 0 « Erwähnung der Lampe ohne Datierung: Alföldi , A., NK 30-31(1931-1932) 5. Abb. 2.; Nagy, L., а. а. O. 83. Abb. 48. ' Aus dem Typ sind vier Examplare bekannt, drei mit sicheren Fundorten, von einer Lampe ist der Fundort unbekannt.; Thomas, E. В., Savaria Christiana. In: A 200 éves szombathelyi egyházmegye emlékkönyve. (Szombathely 1977) 35. 8 Nagy, L., a. a. O. 47., Abb. 12; 108. Abb. 70-72.; Auf diesen, chi-rho Monogramme darstellenden Hängegliedern wird im Ungarischen Nationalmuseum noch ein metallenes Hängeglied in der Form einer crux moncgramwatica aufbewahrt (Inv.-Nr.: 1. 1874. 635. Abb. 5), das aus der Privatsammlung von Rath in den Besitz des Museums gelangt ist (Höhe: 14,5 cm, Abb. 3). Nag), L., а. а. O. 141. Abb. 86; Römer an der Donau (Wien 1973). Kat. Nr. 1151. Auch der der Form des Iustinus-Kreuzes ähnliche Gegenstand kann nicht auf das 4. Jh., sondern auf eine spätere Zeit datiert werden. Die Monogrammform kommt im 5. Jahrhundert in Transdanubien vor: so an einer in Dombovär gefundenen, silbernen Gürtelschnalle und auf dem Schrankenpilaster von Gorsium (Nagy, L., а. а. O. 47. Abb. 13.; 61. Abb. 26.; Vgl. Tóth, E., FA 25(1974) 72. Anm. 27). Auch dieses Hängeglied läßt sich nicht früher als in die zweite Hälfte des 5. Jhs datieren (Vgl. noch: Brusin, G.-Zovatto, P. E., Monumenti romani e cristiani di Julia Concordia. (Pordenone 1960) 114, fig. 28.) Weitere pannonische Hängeglieder: Umgebung von Bonyhád, (UngNatMus Inv.-Nr.: 1. 1903), Abb. 3.; auch das Stück mit der Inv.-Nr": 1. 1874. 636 gelangte aus der Ráth-Sammlung in den Besitz des Ungarischen Nationalmuseums: Abb. 4. Zu den Lampenhängegliedern und anderen Bronzegegenständen von ähnlicher Gebrauchsbestimmung und ähnlichem Charakter des 4. Jhs vgl. noch: Noll, R.: Zum Monogrammkreuz aus Aquileia in der Wiener Antikensammlung. Aquileia Nostra 15-16 (1974-75) 609.-; Crux monogrammatica. Vatican, Museo Sacro, Lente der Christlijke kunst, Bonnefantenmuseum, Maastricht 1962, Nr. 14. Fig. 31.; Bagatti, В., L'archeologia Christiana in Palestina. (Firenze 1962) 266. 9 Elbern, V. H., Neuerwerbungen spätantiker und byzantinischer Goldschmiedekunst für die Frühchristlich-byzantinische Sammlung, Berliner Museen 15(1965) 26.; Krat%, A., Goldschmiedetechnische Untersuchung von Goldarbeiten im Besitz der Skulpturenabteilung des Staatlichen Preußischen Kulturbesitzes Berlin. AaKbl 43(1972) 156.- Für das Foto des in Abb. 6 mitgeteilten Brustkreuzes spreche ich Prof. Dr. Victor H. Elbern meinen Dank aus .\Banck, A., Byzantine art in the collections of the USSR. (Leningrad-Moscow 1967) No. 103. a., 107. d. 1 0 FJbern, V. H., a. a. O. 27-28.