Folia archeologica 27.

Tibor Kovács: Későbronzkori aranyleletek a Tisza-vidékről

Folia y \rcbaeologica XXVII. 1976 Budapest SPÄTBRONZEZEITLICHE GOLDFUNDE AUS DER THEISSGEGEND Tibor KOVÁCS Die auf die Erzlagerstätten Transsilvaniens basierende Goldschmiedekunst der bronzezeitlichen Völker des Karpatenbeckens hebt sich in der Metallkunst des zeitgenössischen Europas sowohl durch die Menge, als auch durch die Quali­tät ihrer Erzeugnisse hervor. Die grundlegende Schwierigkeit der Forschung besteht darin, daß die die Mehrheit der Goldfunde bildenden Schätze nicht im echten Sinne des Wortes als authentisches Quellenmaterial betrachtet werden können, da sie ja fast ohne Ausnahme ohne Mitwirkung der Archäologen zum Vorschein gekommen und durch Schenkung oder Ankauf in den Besitz der Museen gelangt sind. Dasselbe bezieht sich auch auf die Sammlung des Unga­rischen Nationalmuseums, da ja betreffs ihrer Vollständigkeit selbst im Falle der größten bronzezeitlichen Goldfunde Fragezeichen auftauchen (z. B. Somogyom - Smig -). Für die Forschung bedeutet auch jene Tatsache ein Problem, daß im Laufe der Bronzezeit - wie hierauf alle Anzeichen hindeuten - die Thesaurierung die eine, vielleicht verbreiteteste Form der Sammlung von Goldgegenständen war. Die im Vergleich zu den anderen, auch „archaische" Form bzw. Verzierung aufweisende Erzeugnisse enthaltenden Funde (z. B. Kölesd-Hangospuszta) lassen darauf schließen, daß sich die in den Händen der führenden Familien konzen­trierenden Goldfunde vielleicht Generationen hindurch vererbt haben. Wahr­scheinlich ist auch damit zu erklären, daß in dieser Zeit die Zahl der mit Gold­gegenständen bestatteten Personen verhältnismäßig gering ist. Die in den Grä­bern gefundenen Goldgegenstände beschränken sich bloß auf einige Gegenstands­typen des alltäglichen Gebrauches. Unter den am öftesten vorkommenden Schmuckgegenständen sind die Haarringe, die sog. Noppenringe, die kleineren oder größeren Perlen und die aus Draht gedrehten Spiralröhrchen zu erwähnen. Zugleich sind in unserem Gebiet Waffen oder z. B. die zu den häufigsten Be­standteilen der Goldfunde gehörenden Armringe aus Gräbern nicht bekannt. Die Eventualität des Vorkommens von Goldschätzen illustrieren auch fol­gende Zahlangaben. Im bisher bekannten größten Gräberfeld der mittleren bronzezeitlichen Füzesabonyer Kultur (Tiszafüred-Majoroshalom) enthielten bloß

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