Folia archeologica 27.

József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1974 - III. Tibor Kemenczei: Früheisenzeitliche Keramikfunde von Nagyberki

Folia Archaeologica XXVII. 1976 Budapest III FRÜHEISENZEITLICHE KERAMIKFUNDE VON NAGYBERKI Tibor KEMENCZEI In Nagyberki-Szalacska wurden die neueren Forschungen im Jahre 1971 in einer Hügel­gruppe 2 km nördlich der Erdburg in Gang gesetzt. 1 Im Laufe dieser Arbeiten kamen Funde zweier Hügel zum Vorschein, deren einen Teil wir bereits veröffentlicht haben. 2 1973 folgte die Freilegung von zwei weiteren Hügeln, sodann wurden 1974 in fünf anderen Grabungen vorge­nommen. 3 Ein jeder dieser Hügel stammt aus der Früheisenzeit. Von den freigelegten Hügeln liegen Nr. 1, 3 und 4 an den östlichen Hängen des zwischen dem Meierhof und der Erdburg verlaufenden Tales. Dort gab es insgesamt 12 Hügel. Auch an der Westseite dieses Tales gibt es eine Hügelgruppe, jedoch kam es dort noch zu keinen Aus­grabungen. Etwa 200 m nördlich von hier beginnt die Hügelreihe auf der Bachterrasse hinter dem Meierhof von Szalacska. Diese Hügel verlaufen in Zweier-Dreierreihen in Nord-Süd-Richtung. Die erste Gruppe bilden dreißig Hügel, sodann folgt eine Hügelgruppe von ähnlicher Größe, die sich bis zum Rand des auf das Tal des Kapos-Flüßchens blickenden Plateau erstreckt. Von diesen zwei Hügelgruppen kam es 1870 und 1943 in der NS-gerichteten Hügelreihe zu Ausgra­bungen. 1971 kamen die Funde vom Hügel Nr. 2 hier zum Vorschein und 1974 wurden eben­dort die Hügel Nr. 5-9. erschlossen. In einem jeden der neun Hügel fanden wir je ein Brandschüttungsgrab vor. Eine Stein­grabkammer barg bloß der erste Hügel. Ähnlicherweise gab es nur in einem der Hügel (Nr. 8) ein großes, viereckiges Grab. Im vierten Hügel waren die Aschen und die Reste des Schei­terhaufens auf einer abgelegten Lehmschicht. In der Mitte der übrigen Hügel waren die Grä­ber kleine, seichte, ovale oder unregelmäßige Gruben. Ein jedes der Gräber enthielt Asche, die hierher gebrachten Reste der Scheiterhaufen und Gefäßfragmente. Völlig verbrannte Bron­ze- und Eisenfragmente fanden wir nur unter den größeren Hügeln, was davon zeugt, daß man die Schmuckgegenstände der Verstorbenen sowie ihre Waffen mit auf den Scheiterhaufen legte. Die Metallfunde des ersten und des zweiten Hügels haben wir schon publiziert, aus den übrigen kamen Bronzeperlen, Spiralröhrchen, Nadeln mit konischem Kopf, Knöpfe, kleine Ringe, Eisengeräte, Ringfragmente ans Tageslicht. 1 Die früheren Ausgrabungen fanden in den Jahren 1870 und 1943 statt. Römer, F., Compte­rendu de la VII e session à Budapest 1876. II. In: Congrès International d'Anthropologie et d'Archéologie Préhistoriques. (Bp. 1878) 114-121.; M. Kabay, É., FA 12(1960) 46-59. 2 Kemenczei, T., Arch.Ért. 101(1974) 3-16.; Ders., SMK 1(1973) 229-233. 3 Ders., SMK 2(1975) i. D.

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