Folia archeologica 27.

József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1974 - II. Pál Patay: Vorbericht über die Ausgrabungen zu Poroszló-Aponhát

POROSZLÓ- APONHÁT 201 Die Ausgrabungsergebnisse der Siedlung und ihre Bedeutung lassen sich im folgenden zusammenfassen: vor allem haben wir einem solchen umfangreichen Sicdlungsort der Gáva­Kultur - wenn auch nur zum Teil freigelegt - begegnet der infolge der Überschwemmung des benachbarten Geländes in der nahen Zukunft für die Forschung verlorengeht. Gleichzeitig hat die Fachliteratur zwar in der letzteren Zeit über die Kultur der auf dem Fundort freigelegten Siedlung von der spätbronzezeitlichen Gáva-Kultur öfters berichtet, als über die spätbronze­zeitliche Kultur der Theißgegend, ohne jedoch daß man mit dem Formenschatz des Fundmate­rials sowie der Siedlungs-, Bcstartungs- usw. Erscheinungen im klaren gewesen wäre. Abgesehen von der Ausgrabung in Nagykálló 1 2 wurde keine größere Ausgrabung auf einem anderen Fundort der Kultur bisher durchgeführt. 1 1' Die Erschließung am Aponhát hat sowohl in ihrem Umfang, als in ihrem Fundmaterial alle bisherigen Ergebnisse übertroffen. Wenn die Ausgrabung auf dem Gebiete der Klärung der Siedlungsordnung auch nicht zu den erhofften Ergebnissen geführt hat, so wurden mehrere bedeutende Züge dieser dennoch ins rechte Licht gestellt. So vor allem, daß in dieser Phase der Bronzezeit auf den Siedlungen, selbst auf den längere Zeit bewohnten, wo sich eine Kulturschicht angehäuft hat, eine von der Frühbronzezeit abweichende Lebensform geherrscht hat, da ja die von uns untersuchte Sied­lung sowohl in ihrer Ausdehnung, wie auch im Gesamtbild sich von den tellartigen Siedlungen unterschieden hat. Das in großer Menge vorhandene Fundmaterial bot hingegen zur gründ­lichen Erkennung der Keramik der Kultur eine weite Möglichkeit. Als Glücksfall kann bezeich­net werden, daß der Fundort im nordwestlichen Rand des Stammgebietes der Kultur liegt, so läßt sich das von uns freigelegte Material mit den Funden der benachbarten Landschaften und Kulturen leicht in Parallele stellen, wodurch es uns klar wurde, daß die Siedlung von Apon­hát in der Periode HA bewohnt war. Dies ist übrigens auch vom Gesichtspunkt der relativen Chronologie der Gáva-Kultur eine wichtige Angabe. 1 4 Die am Aponhát bei Poroszló durchgeführte Ausgrabung hat also die Erkennung der Spätbronzezeit des Alföld in bedeutendem Maße vorwärtsgeholfen. 1 2 Mollies A. RF I: 14(1961) 15-16.; Arch.Ért. 88(1961) 284. Mo^so/icx, A.-Hegediis, Z., Arch.Ért. 90(1963) 252-262. 1 3 Zwei Rettungsausgrabungen führten noch T. Kemencééi, 1967 in Prügy und 1969 in Köröm durch: RF I: 21(1968) 9. - RF I: 23(1970) 14. und Arch.Ért. 97(1970) 306.; 1969 nahm auch E. Patek eine Sondierungsausgrabung auf einer Siedlung der Gáva-Kultur in Füzesgyar­matvor: RF I: 23(1970) 6. 1 4 Dies schließt selbstverständlich nicht die Möglichkeit dessen aus, daß die Gáva-Kultur über einen jüngeren, die Periode HB des Alföld ausfüllenden Abschnitt verfügt hat.

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