Folia archeologica 27.
József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1974 - II. Pál Patay: Vorbericht über die Ausgrabungen zu Poroszló-Aponhát
198 P. PATAY Gefäß gefunden haben; zwei von ihnen waren stehende Töpfe (IV/L, VIII/A), das dritte Gefäß war eine Urne mit fragmentiertem Hals (IX/A), die in einer auf die Seite gekippten Lage hingelegt wurde. Zerstreute Funde waren überall in der ganzen Kulturschicht zu finden, doch kamen sie am häufigsten in den Gruben zum Vorschein. Einige von ihnen (z. B. I/N, II/G) waren voller zerbrochener Gefäße. In zwei Gruben (VII/A und X/G) fanden wir in sehr großer Menge auch verkohlte Körner (Hirse? und Getreide) vor. Das eingesammelte reiche Material wird bezüglich der Erkennung des Pflanzenbaues der Spätbronzezeit, ebenso wie das Tierknochenmaterial zur Frage der Viehhaltung sehr gute Daten liefern. Abgesehen von einigen in sehr schlechtem Zustand erhalten gebliebenen und deshalb chronologisch schwer bestimmbaren, doch aller Wahrscheinlichkeit nach bronzezeitlichen (frühbronzezeitlichen ?) und sich an der Oberfläche des ursprünglichen Bodens befindenden Gefäßfragmenten, scheint dieses in großer Menge vorhandene Fundmaterial in der ganzen Kulturschicht einheitlich zu sein, 1 0 und gehört zu der spätbronzezeitlichen Gáva-Kultur. Abb. 4. 1: Tonlöffel; 2: Gußform; 3: Beinknopf; 4: Steinkeule; 5: Beinschnitzerei; 6: Steinaxt; 7: Gußform; 8-9: Tonidol. 1-9 = 1:2 1 0 Ob z. B. die einzelnen Eigenartigkeiten der Keramik in den verschiedenen Niveaus der Kulturschicht nicht dichter oder seltener vorkommen, wird nur im Laufe der ausführlicheren Bearbeitung feststellbar sein.