Folia archeologica 26.

Die Ausgrabungen des ungarischen Nationalmuseums im Jahre - András Pálóczi-Horváth: Bericht über die Ausgrabung des mittelalterlichen Dorfes Szentkirály

SZENTKIRÁLY 187 Abb. 3. Brunnen errichtet wurde. Nach Entfernung der Abfallschichten kam von der Bodenoberfläche gerechnet in einer Tiefe von 1,60—1,70 m der viereckige Brun­nenkranz zum Vorschein, dessen Holzmaterial durch das Grundwasser konser­viert in so gutem Zustand erhalten bleiben konnte (Abb. 1 ). Die Brunnengräber haben damals in einer großen Grube mit einem Durch­messer von 3,80x3,90 m die Arbeit begonnen, ihre Grube in etwa 1,60 m-Tiefe zu einem Schacht verengt. Nach dem Erbauen des Brunnens wurde an den Rand der Grube Erde zurückgefüllt und auf diese Weise der Abgang hergestellt. An der S-Seite erhob sich über der Holzbemantelung des Brunnens eine etwa 40 cm hohe Erdstufe, wahrscheinlich schöpfte man von hier das Wasser. Die völlige Freilegung des Brunnens verschob sich auf 1974, im Laufe der auch zur Zeit des Verfassens dieser Arbeit im Gange befindlichen Ausgrabung ha­ben wir das Innere des Brunnens freigelegt und seine Bestandteile eingeholt. 9 Seine ganze Tiefe beträgt 2,50—2,60 m, die Tiefe des gebauten Teiles 0,85—0,90 m, das Innenlicht bei der oberen Balkenreihe 95x125 cm, bei der unteren Reihe 125x144 cm. Die Brunnenmauern sind nicht senkrecht, sondern erweitern sich nach unten zu, gewiß von statischem Gesichtspunkt leicht konkav. An der einen Seite wurde der Holzbau aus fünf waagerechten Balkenreihen in Holzfachwerk­technik zusammengefügt. Das Ende der 170—210 cm langen Balken wurde zur Hälfte eingeschnitzt, in diese Kerbungen fügen sich die Balkenbestandteile der benachbarten Seiten senkrecht ein. Nur den untersten Balken der NO-Seite befes­tigte man außerdem noch mit je einem Flolzdübel an den untersten Balken der benachbarten Seiten. Von der dritten Reihe abwärts schmiegten sich der äußeren 9 Die fachmäßige Aushebung und Verpackung des Holzwerkes vom Brunnen wurde von den Mitarbeitern des Múzeumi Restaurátor és Módszertani Központ (Fachstelle für Restaura­tion und Methodik der Museen) durchgeführt; für die vorgesehene Restaurierung schulde ich auch ihnen Dank.

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