Folia archeologica 25.

Pavel J. Michna: Archäologische Nachweise der mährisch-ungarischen Beziehungen im 15. Jahrhundert

190 P. J. MICIINA außerhalb von Buda tritt jedoch eine Reihe von Originalen auf, die ihre unmittel­bare Abstammung aus den königlichen Töpferwerkstätten bekunden. Meist handelt es sich um Wohnsitze der Höflinge und des Kirchenadels (insgesamt 11 Fundorte), 1 5 aber auch um Landschlösser des ungarischen Herrschers. Nach I. Holl gelangten die Originale der Öfen in den Besitz hoher Feudalherren als Schenkungen des Königs Ladislaus Posthumus zwischen 1455 und 1457. 1 6 So kamen diese Öfen auch auf die böhmischen Burgen Lipnice und Lichnice. In letzter Zeit gelang es uns Belege für Ritteröfen auch in Mähren festzu­stellen. 1 7 Da es sich um ältere Streufunde ohne Begleitmaterial handelt, kann ihre Datierung nur auf Grund historischer Berichte und Analogien durchgeführt werden. Es sind aus den Werkstätten von Buda stammende Originale und auch Kopien oder zeitlich und künstlerisch entfernte Anklänge an ungarische Vorbilder. Ein Original ist zweifellos das Fragment einer aus körnigem, ziegelrot gebranntem Ton verfertigten, an den Stirnseiten mit giftgrüner Glasur, unter der sich eine Schicht weißer Engobe befindet, überzogenen Eckkachel. 1 8 Der halbzylinder­förmige Rumpf des größeren linken Teils ist abgebrochen. In der erhalten ge­1 5 Ebd. 201. 1 0 Ebd. 203. 1 7 Michna, P., Príspévek historické archeologie к dcjinám tzv. „královského domu" v Brnë. VVM 24(1972) 264—271. 1 8 Museum der Stadt Brünn, Inv. —Nr. 6 429.

Next

/
Oldalképek
Tartalom