Folia archeologica 25.

Edit B. Thomas: Martyres Pannoniae

138 E. В. THOMAS Wir möchten hoffen, daß wir wenn auch „nicht so bald," , wie dies schon Rö­mer vorhergesehen hat, aber vielleicht nach 110 Jahren dem ehrwürdigen For­scher eine „entsprechende Ergänzung" bieten und ihm widmen können. Mit Ausnahme der letzten Reihe der Inschrift reichte ursprünglich eine jede einzelne Zeile des Textes auf dem Ziegel von Rand zu Rand. Dies beweisen auch die Buchstaben ntes, die am Ende der vorangehenden Zeile ein unvollendet ge­bliebenes Wort voraussetzen. Demnach gestalten sich die Buchstabenzahlen fol­gendermaßen: 1. Reihe 12 Buchstaben und ein fehlendes Wort mit 5—6 Buchstaben, etwaj 18 Buchstaben 2. Reihe 18 Buchstaben 18 Buchstaben 3. Reihe 15 Buchstaben, von welchen die zwei „M"-Buchstaben den Platz von vier Buchstaben einnehmen 17 Buchstaben 4. Reihe 18 Buchstaben 18 Buchstaben 5. Reihe 16 Buchstaben, die nicht die volle Zeile ausfüllen 16 Buchstaben Ziehen wir die Zahl der in den Reihen vorhandenen Buchstaben in Betracht, so können wir die ursprüngliche Länge des zur Zeit fragmentarischen Ziegels annähernd mit 47—50 cm rekonstruieren. Die aus dem ABC in der Inschrift vorkommenden Buchstaben C, D, E, F, G, H, I, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V sind gut ausgeschriebene, charakteristische Formen (Abb. 4). Achtet man hierauf, so leistet dies zur Datierung der Inschrift eine gute Hilfe. 1 6 A kommt in der dritten Reihe unserer Inschrift am Rande der Bruchfläche vor und erscheint nur im waagerechten ersten Anfangszug der zweiten schrägen Hasta. Seine Form steht der Kursivschrift nahe und stellt eine im 3.—4. Jahrhundert gebrauchte Lösung dar. 17 В kommt in der Inschrift viermal in etwas gestreckter Form vor, welche auf­grund der datierten Inschriften zwischen den Jahren 293 und 375 gefunden werden kann. 1 8 D kommt einmal vor, ist leicht geschweift, mit senkrechter Hasta und läßt sich zwischen die Jahre 293—341 datieren. 1" E ist in sieben Fällen vorhanden, in einer gestreckten Form, mit kurzen, etwas auseinanderlaufenden waagerechten Hasten, ein Typ, der zumeist zwischen den Jahren 293 und 336 gebraucht wird. 20 F steht ein einzigesmal in der ersten Reihe. Auch die Bildung des Buchstaben V der vierten Reihe ist ähnlich, hier hat der Ziegelstempel die rechteckige 1 6 Die Datierung der Buchstaben bzw. der Inschriften, die den Buchstaben der Ziegelin­schriften von Szőny ähnliche Formen zeigen, geben wir aufgrund der von С. M. Kaufmann, Handbuch der altchristlichen Epigraphik (Freiburg i.B. 1917) zusammengesammelten datierten Inschriften an. 1 7 Ebd. 451—453. 1 8 Ebd. 448f. 453. 1 9 Ebd. 448—449. 2 0 Ebd. 448., 453.

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