Folia archeologica 24.

László Barkóczi: Beiträge zur Steinbearbeitung in Pannonien am Ende des 3. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts

86 L. BARKÓCZI Domitius Longinus, der Soldaten der cohors Hemesenorum weitere Beweise. Obwohl sie keine figürliche Verzierung enthalten, weisen die hochgerippten Akroterien und die im Giebel angebrachte Rosette, wie diesbereits Erdélyi festgestellt hat, mit den vorangehenden zusammen unbedingt auf eine gemein­same Werkstätte hin. 4" Auf diesen beiden Stücken ist die Schrift bereits schwächer, jedoch sind einzelne Buchstabentypen mit den auf dem Grabdenkmal des Aur. Cassianus sichtbaren Buchstaben in Verbindung zu bringen. Dennoch zeigt der Charakter der Schrift in vieler Hinsicht mehr mit der Grabinschrift des Cl. Anto­nius (Abb. 11) eine Verwandtschaft. Es scheint, daß die hohen Giebel in einer späteren Phase des 3. Jahrhunderts häufiger waren, jedoch kann bei den obigen Stücken die Zeit, wie lange sie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts in Gebrauch sind, nicht genau festgestellt wer­den. Die obere Grenze wird hier von der noch vorhandenen oder umorganisierten cohors Hemesenorum festgelegt, welche unter Diokletian oder Konstantin vorgenommen worden ist. 4 7 Im vorangehenden haben wir Steindenkmäler von drei Typen untersucht. Die spätesten Vertreter all dieser drei Typen können bis zum Ausgang des 3. Jahrhunderts verfolgt werden, jedoch führt uns bei den ersten zwei die Kontinui­erlichkeit bereits in die ersten zwei Jahrzehnten bzw. in das dritte Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts. Im folgenden möchten wir einige solche spätrömische Steindenkmäler mit Aufmerksamkeit verfolgen, die zwar ihre Vorläufer bereits im 3. Jahrhundert haben, jedoch in keine so kontinuierliche Reihe, wie sich die vorangehenden Stücke einstellen lassen. Hierher gehört auch das Grabdenkmal von Aur. Marcus. 4 8 Die beiden Akroterien fehlen bereits, im hohen Giebel befindet sich das Akanthusblatt (Abb. 14). Die späte, vereinfachte Anwendung der Akanthusblätter konnten wir auch bereits bei drei Denkmälern aus Brigetio beobachten. In der Ausbildung der Augen kann mit dem Porträt des Grabdenkmals von Cl. Antonius eine Ver­bindung nachgewiesen werden, die kaum etwas plastische Ausarbeitung der Kleiderfalten zeigt dasselbe wie das Grabdenkmal von Szentendre und das von Cl. Antonius. Auch der Gürtel mit rundel Schnalle weist auf ein spätes Zeitalter hin. Die Stilmerkmale und Parallelen datieren das Grabdenkmal auf das Ende des 3. oder auf den Beginn des 4. Jahrhunderts. In keinem der von uns erörterten Gruppen läßt sich die Grabtafel von Medo­mus Super, dem miles leg. II. ad. 4 9 einfügen (Abb. 15). Obwohl die Vorläufer auch in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts erkannt werden können, lassen sie sich dennoch nicht kontinuierlich verfolgen und die näheren Verbindungen kön­nen vielmehr mit den späten Grabtafeln nachgewiesen werden als mit dem Grab­denkmal des Aurelius Marcus (Abb. 14) und-wie wir es später sehen werden ­mit der Grabtafel von Aristius Fortunatus (Abb. 16). 4 6 Erdélyi, G., Intercisa I. 192. 4 7 Vgl. zusammenfassend und mit weiterem Schrifttum: Fi/z, J-> Intercisa. PWRE Suppl. IX. (Stuttgart 1962) 97ff. 4 8 Erdélyi, G., Intercisa I. 193. Nr. 20., Taf. XLI, 5. 4 9 Ebd. 193. Nr. 26., Taf. XLI, 3.

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