Folia archeologica 24.

László Barkóczi: Beiträge zur Steinbearbeitung in Pannonien am Ende des 3. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts

84 L. BARKÓCZI Mit gutem Sinn knüpfte Erdélyi auch das Grabdenkmal des Cl. Antonius, 40 dessen Aufbau und Verzierung in den wesentlichen Merkmalen mit den voran­gehenden Stücken übereinstimmt (Abb. 11 ), an die um die Grabtafel des Heren­nius Pudens und der Aurelia Baracha gruppierten Stücke. Das Grabdenkmal von Cl. Antonius ist noch in der Form gedrungener, dicker, kleiner und gröber bearbeitet. Die Rosette in dem hohen Giebel ähnelt noch der Rosette auf dem Grabdenkmal des Herennius Pudens, jedoch zeigt de Schuppenverzierung der Säulenschafte bereits eine Verwandtschaft mit den eingemeißelten, Linien der Säulen der Aurelia Barcha. Im Vergleich zu den früheren Stücken ist hier die Betonung der Augen der Figuren, die plastische Formung der Augenränder, die grobe Bearbeitung der Kleiderfalten, die nur statt einer Plastizität als eine An­deutung gelten, charakteristisch. Diese Stilmerkmale führen jedenfalls weiter über die von Erdélyi festgestellten 70er Jahre des 3. Jahrhunderts hinaus. 4 1 Die derartig betonte Ausbildung der Augen in der Großkunst kann vielmehr mit dem Zeitalter der Tetrarchie und der konstantinischen Zeit in Verbindung ge­bracht werden. 4 2 Die Formung der Kleiderfalten schließt sich eindeutig den Darstellungen an, die auf den Grabtafeln von Szentendre und mehreren Grab­tafeln von Intercisa wahrgenommen werden können (Abb. 7, 14, 20). Ein Charakteristikum dieses Grabdenkmals ist, daß das Inschriftenfeld statt von Efeublättern von Weinranken umrahmt ist. Diese Umrahmungsweise kann einerseits nicht von einem anderen Stück von Intercisa, vom Grabdenkmal der Aurelia Agrippina (Abb. 22), wo die Bearbeitung des Porträts schon mit Ge­wißheit auf die Zeit der Konstantinschen Dynastie verweist, getrennt werden, andrerseits läßt sie sich auch von einem ähnlich verzierten, späten, aus dem 4. Jahrhundert stammenden Sarkophag von Siscia nicht absondern. 4 3 Die Buch­staben der Inschrift weisen ebenfalls auf eine späte Zeit hin. Wir müssen es für wahrscheinlich halten, daß der militärische Rang eines vexillarius des Cl. Antonius erst nach der diokletianisch-konstantinischen Reform entstanden sein dürfte, da wir ihm in dieser Form früher nicht begegnen. So kann das späteste Stück dieser Steindenkmalgrupge, das Grabdenkmal vonCl. Antonius bis in das zweite-dritte Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts vorversetzt werden. Im Rahmen einer dritten Gruppe ist das kleine Grabdenkmal von Aur. Cassianus (Abb. 12), charakteristisch. 1 4 Die Rosette im hohen Giebel, die geripp­ten Akroterien sind für die Produkte dieser Werkstatt besonders typisch. Wegen der die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts kennzeichnenden kurzen Haartracht, und der rohen Ausführung der Kleiderfalten bestimmte Schober die Grabtafel schon früher als ein Stück des 3. Jarhhunderts. 4 3 Für den späten Zeitpunkt der Werk­stätte bilden die kleinen Grabdenkmäler von Marinus Silvanus (Abb. 13) und 1 0 Ebd. 191. Nr. 35., Taf. XXIX, 3. 4 1 Ebd. 191. - Hampel datierte früher das Grabdenkmal auf die Wende des 3.-4. Jahr­hunderts. Vgl. Erdélyi, G., Intercisa I. 191. Nr. 35. — mit komplettem früherem Schrifttum. 4- Vgl. UOrange, H. P., loc. cit.; Delbrneck, R., а. а. O. 9ff. - Beachtenswert hierzu sind die von R. Delbrueck mitgeteilten Münzendarstellungen. « Hoffiler, V.-Saria, В., а. а. О. 268. Nr. 581. 4 4 Е rdélyi, G., Intercisa I. 192. Nr. 34., Taf. XXIX, 2. Weitere Zusammenhänge sind im Denkmalmaterial von Intercisa ebenfalls hier aufgereiht. 4 5 Schober , А., а. а. O. 101. Nr. 222., Abb. 114.

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