Folia archeologica 24.

László Barkóczi: Beiträge zur Steinbearbeitung in Pannonien am Ende des 3. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts

110 L. BARKÓCZI der Provinz und nicht am Limes zum Vorschein gekommen. 8 0 Wir können an­nehmen, daß die Verbergung nicht in allen Fällen Folge einer äußeren Aktion war, sondern es müssen auch die inneren Ereignisse in Betracht gezogen werden. Diese könnten gerade die wegen den Verhältnissen in Dazien erfolgten militäri­schen Auf- bzw. Durchmärsche, Steuererhebungen gewesen sein, die schon an sich selbst ein schlechtes Wirtschaftsleben nach sich ziehen und zufolge derer sich nicht nur die Steindenkmäler, aber auch die Grabbeigaben stark vermindert haben. Aus den münzdatierten Grabfunden etwa bis 250, bis zur Zeit des Traianus Decius, sind uns die pannonischen Gewerbeprodukte bekannt. Hinsichtlich dieser Erzeugnisse ist es nicht begründet, für die zweite Hälfte des Jahrhunderts tief­greifende Änderungen vorauszusetzen. Es wurden auch weiterhin dieselbe Waren produziert, natürlich mit kleineren Abweichungen. Der Import pausierte und es kamen wesentlich wenigere Gegenstände in die Gräber. Eine Ausnahme bildeten nur die letzten zwei Jahrzehnte des 3. Jahrhunderts insbesondere die Zeit der Tetrarchie, als bei gewissen Materialgruppen bereits eine bedeutende Änderung beobachtet werden kann. Es scheint, daß es auch im Leben der Siedlungen im allgemeinen zu keinen größeren Änderungen gekommen ist. Weder am Limes, noch im Inneren der Provinz kann eine so große Zerstörung beobachtet werden, die die unter Gallie­nus verborgenen vielen Münzfunde begründet hätte. Bei so vielen verborgenen Münzschätzen lassen sich dafür in den Zeiten unter Mark Aurel am Limes überall dicke Brandschichten beobachten. Ist auch die Zahl der Steinmetzarbeiten in der zweiten Hälfte des 3. Jahr­hunderts um ein bedeutendes zurückgefallen, kann kein Stilbruch festgestellt wer­den, da ja dieselben Steinmetzen oder ihre unmittelbaren Nachkommen das Ge­werbe weiter ausgeübt haben. Zur Mitte und in der zweiten Hälfte des Jahrhun­derts hatten die Steinmetzen keine Gelegenheit dazu, um das Porträt der sich rasch wechselnden Kaiser kennenzulernen, sie hielten natürlich an den bereits aus­gestalteten und geerbten Formen fest. Trotz all dieser wäre vom Gesichtspunkt des Steinmetzhandwerkes sehr wichtig eine ausführliche und eingehende Analyse, um in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die eventuell kleineren Stiländerungen besser auseinanderhalten zu können. Zu einer stärkeren Stiländerung ist es am Ende des 3. Jahrhunderts gekommen, als auch die Großkunst mit markanten, neuen Zügen erscheint. Trotzdem ist diese Stiländerung in Pannonién nicht immer eindeutig und auffallend, bzw. es kann in den traditionellen Formen schwer wahrgenommen werden. Die traditionelle Grabsteinsetzung kann bis um Konstantin verfolgt werden, bzw. endet zu seinen Zeiten. Diesen Zeitpunkt unterstützt außer den Stilmerk­malen auch der zur Zeit Konstantins durchgeführte allgemeine Limesbau, mit dem in Zusammenhang - wie dies auch das Säulenkapitell von Brigetio zeigt ­auch sonstige, wahrscheinlich öffentliche Gebäude errichtet worden sind. Die konstantinzeitliche Reform führte in städtischer, bürgerlicher und mili­tärischer Hinsicht zur bedeutenden Änderungen der bisherigen Lebensrahmen. Bei den entlang des Limes oder allgemein bei den sich immer bewegenden Reiter­s o Vgl. Albeker, M.-Biró-Sey, К., NK 68-69 (1969-1970) 13-23.

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