Folia archeologica 24.

László Barkóczi: Beiträge zur Steinbearbeitung in Pannonien am Ende des 3. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts

steinbearbeitung in pannonién 99 Abb. 22. Die Plastizität, das Proportionsge­fühl und das fachmännische Können, die wir auf den bisher erörterten Grabdenk­mälern noch beobachten konnten, sind auf dem Grabstein von Aur. Valens 7 0 be­reits überhaupt nicht zu sehen (Abb. 25). Auf der völlig flach gebildeten Soldaten­figur zeigt der späte Gürtel etwas Plastizi­tät, jedoch sind Mantel und Haupt eben­falls nur als Flächen angedeutet. Hinter dem Soldat ein verhältnismäßig kleines Pferd, ebenso wie auch der Soldat ohne Andeutung des Bodens in der Luft. Der Grabstein hat keinen Giebel, hingegen sind innerhalb des Bildfeldes zwei Bogen­förmen ausgebildet und die Rosetten in diesen untergebracht. Der Komposition des Bildfeldes ähnliches Stück kann weder in Intercisa noch in der Umgebung gefunden werden. In gewisser Hinsicht müssen wir hier als Parallele das in Sop­ron aufbewahrte, jedoch aus Győr stam­mende späte Grabstein (Abb. 26) erwäh­nen. 7 1 Auch bei diesem Stück ist zufolge der Verschiebung der Proportionen die bodenlose - an der rechten Schulter mit einer großen Fibel dargestellte Figur cha­rakteristisch-und auf beiden Grabsteinen erscheint ein Pferd führender Soldat in gleicher Weise. Das Grabdenkmal des Aur. Valens kann weder seinem Aufbau, noch seinen Stilmerkmalen nach an die Konstantinzeit geknüpft werden. Die Ausarbeitung des Porträts läßt sich viel­mehr mit dem Steinporträt des Aquincu­mer Francus vergleichen (Abb. 10). Mit 5 0 Ebd. 196. Nr. 32., Taf. XLVII, 3. Mit weiterem Schrifttum.; Hekler datierte das Steindenkmal schon früher auf die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts. Erdélyi hielt dies für die pannonischen Verhältnisse für zu spät und da­tierte es auf das Ende des 3. Jahrhunderts. Schrifttum: ebd. 7 1 Gabler , D., Arrabona 11(1969) 24. Nr. 15. Die Annahme, daß ein früherer Grabstein umgemeißelt wurde, ist nicht wahrscheinlich. 7*

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